Übungen zum Korrigieren der zehn innewohnenden Geistesfaktoren

Fragen und Antworten  

Beginnen wir unsere Sitzung mit einigen Fragen.

Karma 

Ich frage mich, ob diese Aussage richtig ist oder nicht: Alles, was wir durch unsere sechs Sinne mit den Geistesfaktoren wahrnehmen, ist unser Karma, das wir in der Vergangenheit angesammelt haben. Sind Wahrnehmungen, die ich durch meine sechs Sinne aufnehme, Karma oder nicht.

Im Grunde nein, denn beim Karma geht es einfach nur um den Drang. Der Drang begleitet die Sinneswahrnehmung oder das geistige Denken und treibt das Bewusstsein und dessen begleitende Geistesfaktoren dazu an, im nächsten Augenblick etwas mit dem Objekt zu tun. Es gibt verschiedene Theorien und Darstellungen in Bezug auf Karma im Buddhismus, aber die unkomplizierteste ist, Karma stets als geistigen Drang zu betrachten.

Wir haben geistiges, physisches und verbales Karma – also Dränge, die uns antreiben, eine Handlung des Körpers, der Rede oder des Geistes auszuführen. Die verschiedenen Handlungen, die durch Karma hervorgebracht werden, führen als deren Hinterlassenschaft zu verschiedenen Tendenzen, positiven und negativen Kräften, und so weiter, und reifen zu diversen Dingen. Zu was reifen sie heran? Sie reifen beispielsweise zu dem heran, was wir gern tun würden und was wir beabsichtigen zu tun. Das gleicht dann dem, das wir auch vorher schon getan haben und daraus folgt, zusammen mit der Absicht, der Drang, der uns dazu antreibt es zu tun. 

Betrachten wir zum Beispiel eine destruktive Art von Verhalten, wie jemanden zu beschimpfen. In dieser Situation ist das, was wir gern tun würden, die Person zu beschimpfen. Sie hat gerade etwas gesagt oder getan und wir meinen es war falsch und haben das Gefühl, sie deswegen beschimpfen zu müssen. Dieses Gefühl, es tun zu müssen, reift aus vorangegangenen Tendenzen heran, so zu handeln oder zu erwidern. Was folgt, ist die Absicht, diese Person tatsächlich zu beschimpfen und oft könnte es auch die Absicht sein, zunächst darüber nachzudenken, um sich schließlich dafür zu entscheiden. Ist dies der Fall, haben wir, zusammen mit der Absicht, den Drang darüber nachzudenken, sie beschimpfen. Das nennt man einen „auslösenden karmischen Drang“ oder einen auslösenden karmischen Impuls, da er anschließend zu einem weiteren karmischen Drang führen kann, die Person tatsächlich zu beschimpfen – obgleich wir es uns natürlich später auch anders überlegen können und uns entscheiden, es nicht zu tun. 

Zusammen mit dieser Absicht gäbe es dann eine begleitende positive oder negative Emotion. Die Absicht und diese Emotion zusammen sind das, was wir als „Motivatoren“ oder einfach als Motivation bezeichnen. In diesem Falle handelt es sich um die „ursächliche Motivation“. Diese ursächliche Motivation könnte zum Beispiel darin bestehen, sie korrigieren zu wollen. Die Person hat Fehler gemacht und uns geht es etwas an, wir kümmern uns um sie. Es gibt also einen mitfühlenden Aspekt, der unsere Absicht des Beschimpfens begleitet. Dann haben wir eine Abfolge von Gedanken, die durch den auslösenden karmischen Impuls herbeigeführt wird: „Ich werde diese Person zurechtweisen. Wenn ich sie das nächste Mal sehe, werde ich ihr definitiv die Meinung sagen.“ 

Daraus folgt, dass wir, wenn wir die Person das nächste Mal sehen, mit der Absicht sie zu beschimpfen einen so genannten „antreibenden karmischen Impuls“ haben werden. Dabei handelt es sich um den Drang, der uns im nächsten Augenblick zu der verbalen Handlung des Beschimpfens treibt.

Als wir darüber nachdachten, die Person zu beschimpfen, bestand unsere Absicht darin, sie zu beschimpfen, und die Motivation war vielleicht Mitgefühl. Mitgefühl ist das, was als ursächliche Motivation bezeichnet wird. Befinden wir uns jedoch in der Situation und haben den Drang, der uns dazu tatsächlich dazu bringt etwas zu sagen, besteht die Absicht darin, die Person zu beschimpfen. Im Eifer des Gefechts könnte die zugrundeliegende Emotion jedoch tatsächlich Wut sein. Das ist oft der Fall. Anfangs hatten wir eine angeblich gute Motivation, aber in der eigentlichen Situation werden wir wütend. Das nennt man die „gleichzeitig stattfindende Motivation“. Sie findet gleichzeitig statt, tritt also zur gleichen Zeit auf, in der wir die Handlung ausführen wollen und dann tatsächlich auch ausführen.

Der Drang, die Absicht und die begleitende Emotion dahinter setzen sich weiter fort, denn wir brauchen etwas, das uns dazu antreibt, die Person weiter zu beschimpfen. Aus dem Beschimpfen ist jedoch ein Anschreien geworden. Schließlich muss sich etwas ändern und es wird den Drang geben, damit aufzuhören und es zu beenden, zusammen mit der Motivation, warum wir mit dem Schreien aufhören werden. Es ist ein sich fortsetzender Vorgang.

In Bezug auf die Hinterlassenschaft und das karmische Resultat all dessen können wir sehen, dass die Motivation und der eigentliche Drang hier getrennte Faktoren sind und somit verschiedene Resultate haben können. Weil wir die Person mit harten Worten beschimpfen, könnte dies ein Resultat haben, aber da die ursächliche Motivation Mitgefühl ist, wird es hier eine andere Art von Resultat geben.

In diesem Beispiel kann man sehen, dass die Motivation, mit der wir denken es zu tun und die Motivation, mit der wir es dann tatsächlich tun, ziemlich unterschiedlich sein können. Es ist äußerst wichtig zu verstehen, was wir im Buddhismus unter Motivation verstehen. Vor einer Belehrung bestimmen wir unsere Motivation und das bezieht sich sowohl auf eine Absicht als auch auf eine begleitende Emotion. Die Absicht besteht darin, Erleuchtung zu erlangen, um anderen hilfreich sein zu können. Die Emotion dahinter ist Mitgefühl. Diese Kombination ist das, was wir im Buddhismus als Motivation bezeichnen. Im Westen denken wir oft, dass es sich bei der Motivation nur um den emotionalen Aspekt handelt.

Um es noch einmal zu wiederholen, ist Karma mit dieser Ausführung nicht die Handlung. Karma ist der Geistesfaktor des Dranges, der uns in die Handlung treibt. Die Handlung selbst ist die Abfolge des Verhaltens, zu dem der Drang führt. Was wir jedoch in der Zeit, in der all das geschieht, wahrnehmen, ist nicht Karma.

Aber vielleicht geht es ja in deiner Frage auch um etwas anderes. Im Westen nutzen wir das Wort „Karma“ in einem sehr breiten Kontext und sagen zuweilen es sei unser Karma, dieses oder jenes Objekt gesehen zu haben, zu verunglücken oder was auch immer. Vielleicht geht es in deiner Frage auch darum. Hier im Westen bezeichnen wir auch das karmische Resultat mit dem gleichen Wort, als „Karma“.

Sind unsere Erfahrungen und Wahrnehmungen das Resultat von Karma? Beispielsweise sehe ich dich und höre, wie du eine Frage stellst. Die Tatsache, dass du in diesen Raum gekommen bist und mir eine Frage gestellt hast, ist nicht das Resultat meines Karmas. Ich bin dafür nicht verantwortlich, sondern du. Das mag komisch klingen, aber viele Menschen nehmen Karma fälschlicherweise so wahr. Wenn jemand von einem Auto angefahren wird, denken sie, es wäre das Karma der Person, das jemanden dazu bringt, sie mit dem Auto anzufahren. So ist das nicht. Das Karma reift vielmehr dazu heran, dass ich erlebe, wie du in den Raum kommst und eine Frage stellst. Das kommt von meinem Karma. Dass du in den Raum kommst und eine Frage stellst, ist jedoch das Resultat deines Karmas.

Wir sollten jedoch dem Karma als Ursache dessen, was geschieht, nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Es ist nur ein beteiligter Faktor. Andere sind beispielsweise, dass jemand diesen Kurs organisiert hat, dass jemand dieses Gebäude gekauft hat, dass jemand das Flugzeug, mit dem ich gekommen bin, geflogen ist und auch, dass jemand das Flugzeug erfunden hat. Es gibt unzählige Ursachen. In der buddhistischen Analyse gibt es tatsächlich zwanzig verschiedene Arten von Ursachen, die etwas damit zu tun haben, was passiert.

Die drei Kriterien für eine gültige geistige Bezeichnung 

Wenn ein geistiges Hologramm in meinem Geist erscheint und ich eine Person oder eine Situation sehe, wie kann ich da erkennen, ob es der Realität entspricht?

Wie erkennen wir, wenn eine Erscheinung, ein geistiges Hologramm, auftritt, ob es der Realität entspricht? Laut dem großen indischen Meister des Buddhismus, Chandrakirti, gibt es drei Kriterien, die erfüllt werden müssen, damit eine Wahrnehmung gültig ist.

Erstes Kriterium: Eine Konvention

Das erste ist, dass es eine Konvention geben muss. Was ist eine Konvention? Bei Menschen gibt es die Konvention, dass sie lachen, wenn sie glücklich sind. Hunde haben die Konvention mit dem Schwanz zu wedeln, wenn sie glücklich sind; Menschen tun dies nicht. Das ist ein dummes Beispiel, aber es gibt allgemeine Konventionen und spezifische, individuelle Konventionen. Aus diesem Grund besteht eine Weise, wie unsere geistige Aktivität funktioniert, darin, Dinge in einem Muster zusammenzufügen und darauf zu achten, dass sie gleichermaßen in ein Muster passen. Im Grunde gibt es bestimmte Muster, die Konventionen sind.

Es gibt allgemeine Konventionen, wie beispielsweise das Lachen, oder auch das Stirnrunzeln, wenn wir uns über etwas Sorgen machen oder wenn etwas falsch läuft. Es gibt also bestimmte Ausdrücke: allgemeinere und manche könnten sogar kulturspezifisch sein.

Außerdem kann es auch ganz spezifische Konventionen geben. Manchmal ist es notwendig, eine Person zu kennen, denn während eine Person ununterbrochen redet, wenn sie wütend ist, sagt eine andere zum Beispiel gar nichts, ist ganz still und zieht sich zurück. Etwas muss also gültig in eine Konvention passen, die angemessen ist.

Das ist ziemlich heikel, denn wir könnten ein bestimmtes Verhaltensmuster einer Person einer falschen Konvention zuordnen und es falsch interpretieren. Nehmen wir einmal an, unsere Konvention von jemandem, der uns liebt und seine Liebe uns gegenüber zeigt, besteht darin, ständig „ich liebe dich“ zu sagen, uns zu umarmen und uns körperliche Zuneigung zu zeigen. Das mag jedoch nicht die Konvention der anderen Person sein, wie sie Liebe zeigt und zum Ausdruck bringt. Es könnte sein, dass der Person jemand wirklich am Herzen liegt, sie es jedoch nicht auf einer körperlichen Ebene zeigt, und weil sie keine körperliche Zuneigung ausdrückt und uns nicht ständig sagt, dass sie uns liebt, erscheint es uns so, als würde sie uns nicht lieben. Das ist aber nicht richtig, denn wir ordnen ihr Verhalten einer falschen Konvention zu.

Um die Analogie eines Psychologen zu benutzen, müssen wir lernen, Bezahlung in verschiedenen Währungen zu akzeptieren. Wir wollen in lettischen Lats bezahlt werden, aber die andere Person bezahlt in Euros. Wir müssen also lernen, die andere Währung zu akzeptieren und verstehen, dass sie die gleiche Bedeutung hat.

Zweites Kriterium: Es steht nicht im Widerspruch zu einem Geist, der konventionelle Wahrheit als gültig erkennt

Das zweite Kriterium ist dann, dass die Erscheinung nicht im Widerspruch zu einem Geist steht, der konventionelle Wahrheit als gültig erkennt. Ein Beispiel ist vielleicht, dass wir dachten, wir hätten jemanden etwas wirklich Hässliches sagen hören, uns aber verhört haben. Bitten wir einen anderen, der es auch gehört hat, es zu wiederholen, kommt etwas völlig anderes dabei heraus. Wir haben es nicht richtig verstanden und demnach steht es im Widerspruch zu einem Geist oder jemandem, der gültig wahrgenommen hat, was gesagt wurde. Aus diesem Grund ist es überaus wichtig, nach mehr Information zu fragen oder jemanden zu bitten, es zu wiederholen, wenn uns etwas komisch vorkommt, um uns zu vergewissern, dass wir es nicht missverstanden oder nicht gesehen haben. Vielleicht haben wir unseren Freund gebeten, den Ofen auszustellen, und er hat es getan, als wir gerade nicht hingeschaut haben. Im Anschluss werfen wir ihm dann vor, ihn nicht ausgestellt zu haben, weil wir es nicht gesehen haben, wie er es tat. 

Drittes Kriterium: Es steht nicht im Widerspruch zu einem Geist, der die tiefste Wahrheit als gültig erkennt

Beim dritten Kriterium geht es darum, dass es nicht im Widerspruch zu einem Geist steht, der die tiefste Wahrheit als gültig erkennt. Hier gibt es viele Ebenen, aber betrachten wir es auf einer ganz einfachen Ebene. Vielleicht sagt jemand etwas Hässliches zu uns oder kommt nicht zu einer Verabredung, worauf wir alles vergessen, was unsere Freundschaft bis jetzt ausgemacht hat, und sind einfach nur wütend und drücken es aus, indem wir sagen: „Du liebst mich nicht mehr, es ist vorbei!“ Das steht im Widerspruch zum Erkennen der tiefsten Wahrheit, dass es sich hierbei nur um ein kleines Ereignis in der Gesamtheit der Beziehung handelt. Das Beste ist also, es nicht auf diese Weise zu dramatisieren oder hochzuspielen.

Irgendwelche anderen Fragen?

Allgemeine Konventionen

Ich habe eine Frage zu allgemeinen Konventionen. Wenn jeder in einer bestimmten Gruppe diese Konvention ändert, würde das bedeuten, wir wären in der Lage die Realität zu verändern und beispielsweise die Zeichnung einer Kuh zu melken?

Nun, ich glaube nicht, dass das der Fall ist. Nur weil jeder denkt, dass wir die Zeichnung einer Kuh melken können, heißt das nicht, dass es tatsächlich funktioniert.

Wie würde es denn aussehen, eine Konvention zu ändern? In meiner Kindheit war es so, dass man sich lediglich die Hand schüttelte, wenn man einen Freund traf. Besonders in den Vereinigten Staaten gab es zu der Zeit sehr wenig Körperkontakt und diese gesamte Generation wuchs größtenteils auf eine Weise auf, die von den Eltern bestimmt wurde, die nur wenig körperliche Zuneigung zeigten, wobei es natürlich aus Ausnahmen gab. Die Eltern stammten aus dieser Generation der wirtschaftlichen Depression vor und während des Zweiten Weltkrieges, was einen Einfluss bei ihnen hinterließ. In meiner Generation reagierte man dann darauf mit dem Gegenteil. Wir entschieden uns für die körperliche Zuneigung. Im Laufe der Zeit änderte sich die Konvention und wenn wir einen Freund trafen, umarmten wir uns.

Diese Änderung der Konvention kann auf viele unterschiedliche Weisen verstanden werden. Die Umarmung sah man damals, als ich ein Kind war, ganz anders, und auch ein Händeschütteln sieht man heute in einem anderen Licht. Schüttelt uns heute jemand die Hand, ist er meistens nur ein Bekannter und nicht wirklich ein Freund. Zu der Zeit, als sich die Menschen nur die Hände schüttelten und nichts anderes taten, betrachtete man eine Umarmung als Art der sexuellen Annäherung. Bestimmt gibt es viele ähnliche Beispiele. Dinge ändern sich ständig, nicht wahr?

Übungen zum Korrigieren der zehn innewohnenden Geistesfaktoren 

Es gibt Übungen, die wir machen können, und die erste zeigt uns, dass es möglich ist, unsere Geistesfaktoren zu korrigieren. Wir werden mit jedem dieser zehn Geistesfaktoren arbeiten und dabei entdecken, wie verschiedene Geistesfaktoren die Stärke anderer Geistesfaktoren ändern.

Drang: Übung

Wir beginnen mit Drängen. Wir sehen uns im Raum um und unser Blick fällt vielleicht zufällig auf diesen Pullover, den ich in die Mitte unseres Kreises gelegt habe. Er ist jedoch nicht wirklich interessant oder in irgendeiner Weise relevant. Tut das nun bitte.

Es gibt keinen besonderen Grund, den Pullover zu betrachten, außer vielleicht Neugier. Vielleicht denkt ihr: „Warum hat er den Pullover dort hingelegt, wo es doch so heiß ist und wir alle schwitzen?“ Stellt euch nun vor, es wäre sehr kalt in diesem Raum. Es ist Winter, der Raum ist nicht beheizt und wir frieren. Plötzlich gibt es ein großes Interesse für den Pullover. Durch die Umstände entsteht ganz klar der Drang, mit Interesse hinzuschauen. Stellen wir uns vor es wäre kalt, sieht er ziemlich gut aus. Daraus kann man schließen, dass wir, wenn wir eine Motivation der fürsorglichen Zuwendung haben und uns um etwas oder jemanden kümmern, den Drang erzeugen können, uns dafür zu interessieren, wie es ihm oder ihr geht. Es gleicht dem Drang, den Pullover anzusehen, wenn es kalt ist. Sorgen wir uns wirklich um eine andere Person, wenn sie uns anruft, werden wir nicht die ganze Zeit nur über uns selbst reden. Wir werden den Drang haben zu fragen, wie es ihr geht und was sie erlebt hat.

Kennen wir nicht alle irgendjemanden, der uns anruft und nur über sich selbst redet? Er oder sie fragt nie, wie es uns geht und zeigt kein Interesse an uns. Das ist nicht wirklich schön, oder? Wir können diesen Drang, die andere Person zu fragen wie es ihr geht, erzeugen, wenn wir uns für sie interessieren. Wir nehmen andere ernst. Sie sind Menschen, die auch Gefühle haben. Etwas ist auch in ihrem Leben passiert und das interessiert uns. Lass das einen Moment einwirken; es ist ein wirklich spannendes Thema. 

Seine Heiligkeit der Dalai Lama hat vor etwas mehr als einer Woche eine Belehrung in Toulouse, in Frankreich, gegeben und über den Unterschied gesprochen, den es in unserem Energiefluss bei dem gibt, was wir im Sanskrit als „Shamatha“ und „Vipashyana“ bezeichnen. Shamatha ist ein still gewordener und zur Ruhe gekommener Geist, was zuweilen auch als ruhiges Verweilen bezeichnet wird. Vipashyana, oder Vipassana in Pali, ist ein Geisteszustand von außergewöhnlicher Wahrnehmungsfähigkeit. Bei beiden Geisteszuständen haben wir das gleiche Objekt der Ausrichtung.

Fokussieren wir uns auf das Objekt und versuchen dabei Vipashyana zu erreichen, weitet sich die Energie aus. Sie geht nach außen, weil wir versuchen, alle Details auf analytische Weise zu sehen. In unserem Beispiel würden wir über diese Angelegenheit eines Dranges nachdenken. Wir haben gelernt, dass wir mit einer korrekten Motivation einen Drang erzeugen können, jemanden zu fragen, wie es ihm geht. Wir denken über all diese Einzelheiten nach, all die verschiedenen Aspekte und vielleicht auch über andere Beispiele. Auf diese Weise geht die Energie nach außen und weitet sich aus. Wir könnten uns auf eine Sache fokussieren, wie den Drang, jemanden zu fragen, wie es ihm geht. Die Betrachtungsweise des Vipashyana umfasst all die Aspekte der Motivation, denn der andere ist ein Mensch, hat Gefühle genau wie wir, in seinem Leben geschehen Dinge und so weiter. Das ist ausweitend.

Mit Shamatha fokussieren wir uns auf das gleiche Objekt, in diesem Fall auf den Drang jemanden zu fragen, wie es ihm geht. Die Energie geht nach innen und wird immer fokussierter. Anstatt sich auszuweiten, zieht sie sich zusammen. Manchmal beschreibe ich es als „einwirken lassen“. Es ist eine Erfahrung, bei der wir uns sagen: „ich kann es tun“. Die Energie richtet sich auf all die Einzelheiten, fokussiert sich jedoch auf diese eine Sache. Das Objekt ist das gleiche, aber die Weise, mit der sich der Geist damit beschäftigt, ist entweder ausweitend oder fokussierend; sie geht entweder nach außen oder nach innen.

Das finde ich wirklich beeindruckend und in all den Jahren, in denen ich Dharma studiere und praktiziere, habe ich nie so eine klare und vortreffliche Erklärung zu diesen zwei Arten der Meditationsübung gehört, sowie dazu, was dabei mit unserer Energie passiert. Das war wirklich sehr hilfreich.

Lassen wir das einwirken und konzentrieren uns auf den wesentlichen Punkt, dass wir mit einer korrekten Motivation einen Einfluss darauf haben, welche Dränge entstehen. Es wird der Drang sein, jemanden zu fragen, wie es ihm geht. Daraus folgt, sich auf die Entscheidung zu fokussieren, tatsächlich zu versuchen, dies zu tun. Wir können daran denken dies zu tun, wenn wir jemanden anrufen oder wenn uns jemand anruft. Fragt uns jemand, wie es uns geht, können wir etwas dazu sagen, sollten jedoch keine Viertelstunde lang darüber reden. Nach kurzer Zeit könnten wir sagen: „Genug über mich. Wie geht es dir?“ Auf diese Weise geht es ein wenig um die andere Person und ein wenig um uns, und dann findet eine echte Kommunikation statt, in der man feinfühlig miteinander umgeht. Während wir nur über uns reden, wird der Drang entstehen die andere Person zu fragen, wie es ihr geht, weil wir uns um sie kümmern und uns um ihr Wohlergehen sorgen.

Auseinanderhalten: Übung

In Bezug auf das Auseinanderhalten können wir viele Dinge erkennen, wenn wir uns im Raum umsehen. Um auf das Beispiel mit dem Pullover zurückzukommen, würden wir, wenn wir daran interessiert wären, den Pullover vom Hintergrund unterscheiden. Und sind wir modebewusst, würden wir darauf achten, ob es ein Pullover mit einem V-Ausschnitt oder einem Rollkragen ist. Wir wollen das auseinanderhalten und bestimmen, und können auch die Ärmel vom eigentlichen Teil des Pullovers unterscheiden.

In ähnlicher Weise können wir auf den Gesichtsausdruck einer Person achten, wenn uns das interessiert. Normalerweise schenken wir dem keine Aufmerksamkeit, aber ist es uns wirklich wichtig, wie es der Person geht, achten wir darauf. Vielleicht sieht sie heute nicht so gut aus. Auch durch die Weise, wie sie sich kleidet, kann man erkennen, dass etwas nicht stimmt. Aber wir müssen darauf achten. Wir können uns entscheiden dies zu tun und wir können es wirklich tun. Alles ist hier miteinander verbunden. Wir halten Dinge auseinander, weil wir sie für wichtig erachten.

Vielleicht hat jemand sein Haar nicht gekämmt, obwohl er es konventionell tut. Heutzutage gibt es jedoch viele Leute, die nie ihre Haare kämmen, wie in Deutschland, wo ich lebe. Sie halten es nicht für wichtig. Hier scheint es jedoch, als würde jeder sein Haar kämmen. Vielleicht messen wir dieser Beobachtung von ungekämmtem Haar zu viel Bedeutung bei und ordnen es der falschen Konvention zu. Wir denken dann zum Beispiel, dass die Person gerade in keiner guten Verfassung ist und deshalb ihre Haare nicht gekämmt hat. Wir könnten es auch der Konvention zuordnen, dass sie ziemlich beschäftigt war und keine Zeit hatte, ihre Haare zu kämmen. Es ist zweifellos sehr wichtig, wie wir interpretieren, was wir erkannt haben. Wir machen keine große Sache aus diesen Details, aber beobachten sie und halten sie auseinander.

Aufmerksamkeit: Übung

In der nächsten Übung geht es um den Faktor der Aufmerksamkeit. Wir sehen uns im Raum um und stellen fest, dass bestimmte Dinge unsere Aufmerksamkeit erregen und wir uns damit befassen, uns auf sie zu fokussieren. Andere Dinge erregen nicht unsere Aufmerksamkeit und so achten wir nicht auf sie. Manche Menschen achten sehr darauf, was andere anhaben, während es anderen völlig egal ist und sie nie ihre Aufmerksamkeit darauf richten. Hier geht es wieder darum, was wir für wichtig halten. Worum wir uns kümmern, hat einen Einfluss darauf, worauf wir unser Aufmerksamkeit richten. Würden wir also das ändern, was wir als wichtig und relevant erachten, würde sich auch die Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit ändern.

Gehen wir zurück zu dem Beispiel mit dem Pullover. Nehmen wir einmal an, wir wären allergisch gegen Katzenhaare und wollen den Pullover anziehen. Wir würden ganz genau darauf achten, ob es auf dem Pullover irgendwo Katzenhaare gibt. Warum würden wir das tun? Wir würden es tun, weil wir allergisch gegen Katzenhaare sind. Wir interessieren uns dafür und widmen all unsere Aufmerksamkeit dem Pullover, um zu sehen, ob es irgendwo Katzenhaare gibt. 

Probiert das selbst einmal aus, zunächst dem Pullover ganz normale Aufmerksamkeit zu schenken und dann darauf zu achten, ob es Katzenhaare darauf gibt. Die Aufmerksamkeit ist plötzlich eine ganz andere, wenn wir darauf achten: „Gibt es hier irgendwo Katzenhaare? Oder vielleicht auf der anderen Seite?“ Auf einmal wäre es uns wichtig, auch einen Blick auf die andere Seite zu werfen. Ohne unsere Sorge um Katzenhaare, wäre es uns egal, auch die andere Seite zu untersuchen. Warum sollten wir uns überhaupt die andere Seite ansehen? 

In ähnlicher Weise würden wir vielleicht darauf achten, wie jemand läuft, wenn er beispielsweise krank ist. Ist sein Gang gleichmäßig, oder ist er noch wackelig auf den Beinen? Wir würden auf verschiedene Dinge achten. Das würde sich ändern und wir können es absichtlich ändern.

Ein anderes Beispiel ist, darauf zu achten, wie viel und wie schnell wir essen. Vielleicht haben wir ein Problem damit, zu viel und zu schnell zu essen. Wenn wir zu schnell essen, bekommen wir kein Signal von unserem Gehirn, wann es genug ist. Wir haben diesen Punkt bereits überschritten, bevor unser Gehirn uns die Botschaft senden kann, dass es reicht. Wie oft achten wir darauf, wie schnell wir essen? Bei den meisten von uns geschieht das eher nicht so oft.

Zuweilen handelt es sich hierbei um eine Sache der Feinfühligkeit. Habt ihr jemals mit jemandem gegessen, der wirklich langsam ist? Die Person nimmt die Gabel, spielt mit dem Essen herum, nimmt einen kleinen Bissen, fängt an zu reden und legt die Gabel wieder hin. Zwischen jedem Bissen legt sie die Gabel wieder ab und wir werden nervös, weil wir los wollen, und denken: „Nun iss doch endlich auf!“

Es könnte jedoch auch andersherum sein. Wir sind mit jemandem zusammen, der sein Essen wie ein Hund hinunterschlingt und wir fühlen uns irgendwie komisch, weil es bei uns so lange dauert. Wir müssen also darauf achten, wie wir essen. Was die andere Person betrifft, so richten wir unsere Aufmerksamkeit darauf, ob sie gerade viel zu tun hat, und ob sie ein schönes entspanntes Essen haben will, das zwei oder drei Stunden dauert, oder ob sie wieder zurück zur Arbeit muss. Nachdem wir das herausgefunden haben, sollten wir, wenn wir wirklich nicht schnell essen können, genug Feingefühl haben und sagen: „Du musst nicht warten, bis ich fertig bin. Ich esse langsam.“ Wir lassen die anderen entscheiden und zeigen damit Feingefühl. Es kommt also auf die fürsorgliche Geisteshaltung an und darauf, unseren Geist zur Ruhe kommen zu lassen, um auf mehr als nur unsere Konversation achten zu können. Wir haben Interesse am Wohlergehen der anderen und schenken somit Aufmerksamkeit. Wir achten darauf, dass die andere Person vielleicht auf ihre Uhr sieht, und ihre Körpersprache zeigt, dass sie eigentlich schon los muss. Wir richten unsere Aufmerksamkeit darauf und erkennen es. Wir können uns entscheiden, dies zu tun und es dann tun.

Kontaktbewusstsein und das Empfinden eines Grads an Glück oder Leid 

Was das Kontaktbewusstsein betrifft, geht es darum, den Kontakt mit einem Objekt als angenehm, unangenehm oder neutral zu erleben. Das wird durch viele andere Variablen beeinflusst. Betrachten wir eine Sache als etwas, das wir mögen, ist es angenehm, Kontakt mit ihr zu haben. Wir riechen, wie unser Lieblingsessen zubereitet wird und mögen es dann. Demnach haben wir ein angenehmes Kontaktbewusstsein mit diesem Objekt, weil wir die Angewohnheit haben, es zu mögen, und somit ist es angenehm. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas, das wir nicht mögen, ist es unangenehm.

Nehmen wir einmal an, wir sind Vegetarier und gehen an einem Metzger vorbei, bei dem all diese Fleischstücke im Schaufenster hängen. Weil wir kein Fleisch essen und vielleicht sogar schlecht darüber denken, ist es ziemlich unangenehm, das Fleisch oder die Wurst beim Metzger hängen zu sehen.

Um es nochmal zu betonen: dies ist etwas, das sich ändern kann.

Übung Nr. 1

Üben wir es erneut mit der Weise, wie wir den Pullover betrachten. Seht euch bewusst den Pullover als Lieblingskleidungsstück an, den ein geliebter Mensch speziell für uns gestrickt hat. Betrachten wir ihn mit dieser Geisteshaltung, ist es natürlich wunderschön ihn zu sehen und wir fühlen uns glücklich dabei. Er erinnert uns an den geliebten Menschen, der ihn für uns angefertigt hat. Sogar wenn es heiß ist und wir nicht die Absicht haben, ihn jetzt anzuziehen, ist es doch schön, ihn zu betrachten. Wir denken: „Oh, meine Mutter hat ihn für mich gemacht.“ Das trifft besonders dann zu, wenn unsere Mutter bereits verstorben ist, wie in meinem Fall. Ich habe einen Schal, den meine Mutter für mich gemacht hat und freue mich immer, wenn ich ihn sehe und trage. 

Das passt gut zu der buddhistischen Übung, jeden als jemanden zu sehen, der schon einmal unsere Mutter gewesen ist. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob es um unsere Mutter, unseren Vater oder um unseren besten Freund geht. Der entscheidende Punkt ist nur, ob es angenehm ist, irgendjemanden zu sehen und zu denken: „Es ist wirklich schön, dich zu sehen.“ Diese Eigenschaft kann man bei Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama erkennen. Egal wen er trifft, es ist immer solch eine Freude für ihn. Er ist so glücklich, jemanden zu sehen oder zu treffen. Durch diese Art des Trainings, ist das Kontaktbewusstsein mit jedem, den wir begegnen, wirklich schön, auch mit der Fliege, die in unseren Raum kommt. 

Es gibt so viele verschiedene Übungen im Buddhismus, wie zu erkennen, dass wir mit allen verbunden sind. Jeder war auf irgendeine Weise gütig gegenüber uns und jeder in dem Sinne ebenbürtig, dass er oder sie glücklich sein will. Von diesem Standpunkt aus fühlen wir uns glücklich, denn es ist angenehm und schön, Kontaktbewusstsein mit jemandem zu haben. Stört oder belästigt uns eine Person, könnten wir uns, statt diesem automatischen Gefühl: „oh, nicht du schon wieder“, aufrichtig freuen und sagen: „Es ist schön, dass du angerufen hast, aber momentan bin ich gerade beschäftigt. Lass uns ein andern Mal miteinander reden.“ Sogar bei jemanden, der uns wirklich herausfordert, können wir uns freuen, dass wir uns nun in Geduld üben können.

Das ist an sich etwas sehr Tiefgreifendes. Eine Änderung unserer Geisteshaltung kann tatsächlich einen Einfluss darauf haben, wie wir die Dinge im Leben erfahren. Ist es schön oder nicht so schön? Ist es angenehm oder unangenehm? Das können wir tatsächlich ändern.

Ich gebe euch ein extremes Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung. Ich hatte einen chronischen Juckreiz, und was merkwürdig ist: sobald ich anfange davon zu reden, fängt es wieder an zu jucken. Dieser furchtbare chronische Juckreiz war an meinem Kopf und niemand konnte herausfinden, was der Grund dafür war. Wie dem auch sei, die eigene Einstellung gegenüber dieser Sache ist wichtig, denn einen Juckreiz würde man normalerweise für ziemlich leidvoll halten. Indem wir uns kratzen, versuchen wir ihn zu zerstören, was den Juckreiz natürlich nur noch schlimmer macht, wenn er chronisch ist. Manchmal war ich jedoch in der Lage, ihn als Genuss zu betrachten, und das half. Denn eigentlich ist es kein Schmerz, sondern ein sehr intensiver Genuss, der zu groß ist und wir ihn daher zerstören müssen. War ich jedoch in der Lage mich zu entspannen und eine Möglichkeit zu finden, ihn als eine schöne Empfindung zu sehen, konnte ich damit umgehen. Das ist eindeutig eine Änderung der Geisteshaltung und sie hat einen großen Einfluss darauf, wie wir Dinge erleben. 

Es gibt so viele Faktoren, die wir ändern können; das ist schon erstaunlich. Wenn wir älter werden, haben wir Beschwerden und Schmerzen. Unsere Gelenke tun weh, der Rücken schmerzt, und wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten und es zu einer fürchterlichen Sache machen, leiden wir. Etwas, das wir üben können, ist beispielsweise die Schmerzen in der Hüfte zu bemerken, aber zu denken: „und wennschon!“ Wir müssen ihnen nicht unsere Aufmerksamkeit widmen, sondern können uns auf etwas anderes in unserer Erfahrung richten, dass parallel mit den Schmerzen in der Hüfte stattfindet. Es kann angenehm sein und wir können uns daran erfreuen, obwohl unsere Hüfte schmerzt. Wir nennen es „lernen, damit zu leben“ und hierbei handelt es sich um eine wichtige Lektion, denn die meisten von uns werden irgendwann im Leben Beschwerden und Schmerzen haben. Unser älterer Freund ganz hinten stimmt dem zu. So gehen wir damit um.

Übung Nr. 2

Kommen wir zurück zu unserem Beispiel mit dem Pullover und betrachten ihn nun als einen Störfaktor. Er ist eine Störung, weil er überall auf unserem T-Shirt Fusseln hinterlässt, wenn wir ihn tragen. Denken wir darüber nach, tragen wir ihn nicht wirklich gern, weil es nicht schön ist, überall diese Fusseln zu sehen. Vielleicht haben wir einige Pullover in unserem Schrank und vermeiden diesen, weil wir ihn wirklich nicht gern tragen. Wie wir etwas betrachten, macht einen großen Unterschied.

Es gibt auch andere Beispiele: Vielleicht haben wir im Laufe der Jahre zugenommen und die Lieblingssachen, die uns früher passten, ob es ein Hemd oder eine Jacke ist, passen uns jetzt nicht mehr. Die Weise, wie wir sie nun sehen, ist ganz anders, nicht wahr? Folglich ist alles eine Variable.

Dieses Kontaktbewusstsein kann sich also ändern, da es sich um etwas handelt, das eine Variable ist. Es kann sehr angenehm sein. Zum Beispiel sind wir glücklich, jemanden zu sehen, erkennen aber auch, dass er oder sie gerade wütend ist, was nicht sonderlich schön zu sehen ist. Wir sind nicht so glücklich zu sehen, dass die Person sich aufregt. In diesem Fall gibt es eine Mischung von Gefühlen. Worüber sind wir glücklich, und was macht uns unglücklich? In dieser Begegnung, in der wir glücklich sind unseren Freund zu sehen, und es nicht so angenehm ist, ihn wütend zu sehen, was uns wiederum unglücklich macht, lassen wir nicht zu, dass dieses Gefühl die Tatsache überdeckt, dass es schön ist, ihn zu sehen. Würden wir uns zu sehr auf das unangenehme Gefühl, unseren Freund wütend zu sehen, fokussieren und ihm zu hohe Bedeutung beimessen, kann das dazu führen, nicht wirklich seine Probleme hören zu wollen. Es geht um dieses Gefühl, selbst genug Probleme zu haben, und dann ist es nicht mehr schön, mit ihm zusammen zu sein. Natürlich ist die Bedeutung, die wir diesen Dingen beimessen, wirklich entscheidend, damit wir feinfühlig gegenüber der Person bleiben können. Folglich hören wir uns ihre Probleme an und versuchen mit ihrem Ärger klarzukommen. Dann ist es ein schönes Gefühl, dieser Person zu helfen, weil wir gern mit ihr zusammen sind.

Denkt darüber in Bezug auf eure eigene Erfahrung nach. Sind wir in der Lage, eine Art der Ausgeglichenheit zu bewahren? Wir sind mit jemandem zusammen und mögen diese Person sehr gern. Es ist schön, mit ihr zusammen zu sein, aber sie ist gerade sehr aufgebracht. Sie hat ein Problem und das ist nicht gerade schön. Lassen wir zu, dass die Abneigung und Hoffnungslosigkeit ihres Problems übernimmt und es nun störend und unangenehm ist, mit ihr zusammen zu sein? In gewisser Weise lehnen wir sie emotional, wenn auch nicht physisch, ab. Denkt für einen Moment darüber in Bezug auf eure eigene Erfahrung nach. Es ist nicht so leicht, das in Balance zu bringen, nicht wahr? 

Wir nerven uns wegen der Person, wenn wir uns über die Stimmung, in der sie ist, ärgern. Die Person und die Stimmung sind jedoch zwei verschiedene Dinge. Geht es um unser Kind, wird es noch interessanter. Sind wir wirklich am Wohlergehen einer Person interessiert, ist es schön, mit ihr zusammen zu sein. Es ist egal was wir tun, in welcher Stimmung wir gerade sind und welches Problem jeder von uns hat. Wir sind trotzdem gern zusammen. Können wir das erkennen, erlaubt uns das, eine Gemeinschaft mit jemandem unabhängig davon zu haben, was gerade los ist. Dann können wir eine wirklich solide Art der Freundschaft haben.

Interesse, Vergegenwärtigung und Konzentration 

Sehen wir uns im Raum um, gibt es bestimmte Dinge, die uns von Natur aus mehr interessieren, als andere. Sehen wir etwas Interessantes, schenken wir ihm mühelos unsere Aufmerksamkeit, halten wir mit der Vergegenwärtigung mühelos daran fest und bleiben mit unserer Konzentration und Achtsamkeit beim Objekt, weil es interessant ist. Wie bereits gesagt, finden wir Interesse an etwas, wenn wir uns auf dessen gute Eigenschaften konzentrieren. Diese guten Eigenschaften könnten darin bestehen, dass etwas unterhaltsam, amüsant oder lehrreich ist. Zum Beispiel ist es nett, mit einer Person zusammen zu sein und das ist eine gute Eigenschaft. Eine Qualität ist, dass wir jemandem hilfreich sein könnten. Dann haben wir mehr Interesse daran, wie wir ihm helfen könnten.

Dieser Faktor bedeutet, nach den guten Eigenschaften zu suchen, die bewundernswert sind, anstatt sich ständig auf die schlechten zu konzentrieren und darauf, was wir nicht mögen. Dieser Punkt ist sehr wichtig. Es geht nicht darum abzustreiten, dass es schlechte Eigenschaften oder Schwächen bei jemandem gibt. Sich jedoch nur darauf zu fokussieren und Kritik zu üben, führt zu einer unangenehmen Erfahrung. Wir sind nicht glücklich, während wir kritisieren oder uns beschweren. Fokussieren wir uns jedoch auf die positiven Eigenschaften, die Qualitäten, fühlt sich das gut an. Es ist angenehm, mit dieser Person zusammen zu sein. Es ist aber nicht angenehm, wenn wir nur kritisieren. Ergibt das einen Sinn?

Wie ist es mit jemandem, der sich ständig aufregt? Ich bin mir sicher, dass wir alle Menschen kennen, deren einzige Art der Kommunikation darin besteht, über das Wetter, ihr Haus, ihre Freunde, über sich selbst, andere, und einfach über alles zu klagen. Sind sie glücklich? Nein, sie sind es nicht, wenn sie ständig klagen. Warum tun sie es dann? Beschweren sie sich gern?

Sie mögen es.

Mögen sie es wirklich? Was mögen sie?

Ich denke, sie wollen damit Aufmerksamkeit bekommen.

Sie mögen es, Aufmerksamkeit durch dieses Lamentieren zu bekommen, aber die eigentliche Handlung des Lamentierens ist ein Ausdruck von Unzufriedenheit. Könnten wir das verstehen, wenn wir mit jemandem zusammen sind, der ständig lamentiert, ist es etwas einfacher, das zu tolerieren, weil wir uns im Grunde bewusst darüber sind, dass er oder sie sehr einsam ist und Aufmerksamkeit möchte. In diesem Sinne können wir die Konversation dann auf etwas anderes lenken. Was tun wir hier? Wir ändern etwas, das wir erkennen. Anstatt uns auf all die Worte des Lamentierens zu konzentrieren, die nicht wirklich angenehm sind, erkennen wir die Einsamkeit der anderen Person und ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Darauf gehen wir ein, anstatt auf all ihre Klagen. Ausgewogenheit ist hier jedoch wiederum sehr wichtig.

Ich denke an das Beispiel einer sehr alten und einsamen Person. Wir besuchen sie oder rufen sie an und hören uns all ihre Klagen an, aber im Grunde sind sie nur ein Ausdruck ihrer Einsamkeit. Wir geben ihr zunächst etwas Zeit zu lamentieren und sagen nicht einfach: „hör doch auf!“ oder unterbrechen sie nicht nach dem ersten Satz und sagen: „lass uns einen Spaziergang machen“ oder so etwas, und dominieren damit völlig die Richtung des Austausches. Wir müssen feinfühlig gegenüber ihrem Bedürfnis sein zu lamentieren. Was ändern wir hier also? Das ist der entscheidende Punkt dieses gesamten Wochenendes: wir können etwas dahingehend ändern, wofür wir uns interessieren.

Ich erinnere mich an eine Freundin, die ständig lamentierte, und als ich bei ihr war, klagte sie darüber, dass sie nicht das richtige Material finden konnte, um neue Gardinen für ihre Fenster zu nähen. An ihren Gardinen war ich überhaupt nicht interessiert und konnte auch kein Interesse dafür aufbringen, welches Material es in welchem Geschäft gab oder nicht. Ich konnte jedoch ein Interesse für sie aufbringen, für ihren Geisteszustand und ihr Glücklichsein. Darauf ging ich dann in dem Austausch ein. Wir können also das Gespräch von einer wirklich qualvollen Begegnung mit dieser Person hin zu etwas lenken, das ein bisschen produktiver und nicht so schlecht ist.

Übung 

Wenden wir uns wieder unserem Freund, dem Pullover, zu. Dieses Mal stellen wir uns vor, dass der Pullover plötzlich voll im Trend liegt. Wir sehen uns den Pullover an und sind wirklich interessiert daran, weil er schick ist und wir mit der Mode gehen wollen. Wären wir tatsächlich interessiert daran, würden wir mit unserer Achtsamkeit dabei bleiben, daran festhalten und uns darauf konzentrieren, weil wir wirkliches Interesse daran haben. Mit einer Änderung in unserer Einstellung wird es viel leichter, sich tatsächlich auf etwas zu fokussieren und zu konzentrieren. Wir müssen ein Interesse daran haben, also eine gute Eigenschaft daran finden. Bei der Mode ist es so, dass wir durch das Marketing dazu getrieben werden sollen, etwas zu kaufen und zu tragen, und auf diese Weise mit der Mode zu gehen. Die Propaganda ist, dass uns dann jeder mögen wird.

Unterscheidung 

Wenden wir uns ein wenig der Unterscheidung zu, insbesondere wenn sie die konzeptuelle Wahrnehmung begleitet. Durch das unterscheidende Gewahrsein haben wir zusätzlich eine Gewissheit in Bezug auf die Kategorie, die wir als angemessen dafür betrachten, das, was wir mit der Sinneswahrnehmung erkennen, einzuordnen. Sehen wir uns im Raum um, unterscheiden wir automatisch verschiedene Dinge entsprechend ihrer Wichtigkeit. Auf diese Weise betrachten wir sie. Für einige von uns mag es wichtig sein, dass alles sehr sauber und geordnet ist. Wir erkennen, dass das Thangka, das Rollbild, schief hängt und haben gleich das Bedürfnis, es gerade hinzuhängen, damit es vollkommen vertikal ausgerichtet ist. Anderen Menschen ist das egal und sie bemerken es nicht einmal. Sie würden es einfach nicht sehen, ganz zu schweigen davon, dass es schief hängt.

Was erkennen wir, wenn wir uns im Raum umsehen? Vielleicht sehen wir zum Beispiel, ob die Blumen frisch sind oder nicht. Oder uns fällt auf, wie viele Menschen sich hier im Raum befinden, wenn uns das wichtig ist. Ist uns das nicht wichtig, würden wir nie auf die Idee kommen zu zählen, wie viele Menschen sich in diesem Raum aufhalten. Wie viele davon sind Männer und wie viele Frauen? Interessieren wir uns dafür? Wenn wir es täten und es untersuchten, würden wir es nicht nur bemerken, sondern auch unterscheiden und genau zählen.

Worauf achtet ein jeder von uns, was unterscheidet er? Das ist ein Hinweis darauf, was wir wichtig finden und das ist ein wirklich spannendes Thema. Es verrät uns, was uns stört. Betrachten wir das Geschirr nach dem Essen: ist es uns egal, ob es sofort danach gewaschen wird, oder bis zum Morgen stehenbleibt? Stört es uns, dass das Spielzeug im Kinderzimmer überall auf dem Boden verteilt ist oder nicht? Was unterscheiden wir?

Übung 

Wenden wir uns wieder dem Pullover zu und stellen uns vor, wir würden ihn gern kaufen. Weil wir ihn kaufen wollen, würden wir überprüfen und feststellen, ob er die richtige Größe hat. Bevor wir ihn haben wollten, achteten wir vielleicht gar nicht darauf, wie groß er war, aber jetzt wollen wir genau herausfinden, ob er uns passt oder nicht. Außerdem achten wir darauf, wie teuer er ist. Manchmal gehen wir einfach durch ein Geschäft und sehen uns Sachen an, weil es Spaß macht, aber jetzt wollen wir wirklich etwas kaufen und müssen einen Blick auf das Preisschild werfen. Wir unterscheiden also. Wir können es auch tun, indem wir darauf achten, ob er passt. Es ist interessant, dass wir im Grunde gar nichts sagen müssen, um etwas zu unterscheiden. Wir drücken es nicht in Worten aus: „Ist er zu groß oder zu klein?“ Entweder wissen wir einfach, dass er passt, oder wenn wir es nicht wissen, führt uns das zum nächsten Geistesfaktor, der Absicht: „Ich werde ihn anprobieren und sehen, ob er passt.“

Es ist notwendig sich bewusst darüber zu sein, dass alles, worum es hier geht, etwas mit unserem normalen Alltagsleben zu tun hat. Nichts ist exotisch. Die Tatsache, dass wir die Weise, wie wir mit diesem Pullover umgehen, ändern können – also, wie in diesem Fall, etwas an ihm erkennen oder unterscheiden – bestätigt, dass wir mit ähnlicher Motivation entscheiden können, den Ausdruck einer Person mit Unterscheidungsvermögen zu betrachten. Wir wollen bestimmen, ob diese Person gute oder schlechte Laune hat. Ist sie gerade beschäftigt oder nicht? Passt es gerade, mit ihr über dieses oder jenes Thema zu reden, oder nicht?

Es ist wirklich wichtig, die richtige Zeit zu finden, um mit jemandem über etwas zu reden. Nehmen wir einmal an, wir haben ein Problem in unserer Beziehung oder ein persönliches Problem. Wir reden nicht einfach irgendwann darüber, denn die andere Person ist vielleicht gerade müde, beschäftigt, schlecht gelaunt oder es gibt etwas, das die Diskussion unproduktiv machen würde. Wir müssen wirkliches Unterscheidungsvermögen haben und darauf achten: „Wie sieht die Person gerade aus? Ist sie müde?“ Dann versuchen wir zu entscheiden. All das hat etwas mit Feingefühl zu tun. Es gilt feinfühlig dafür zu sein, wann es angemessen ist, mit jemandem über etwas zu reden.

Bei all diesen ausgefeilten Analysen, Aufzählungen und solchen Sachen, die wir in den buddhistischen Lehren finden, geht es eigentlich um sehr praktische Dinge, die wir in unserem Leben in alltäglichen Situationen nutzen können. Es ist nur eine Frage, wie wir sie anwenden. Sind wir Buddhisten, haben wir diese Richtung in unserem Leben angenommen: Buddha, Dharma und Sangha. Aber was bedeutet das? Es bedeutet akzeptiert zu haben, dass alles, was Buddha lehrte, für das Wohl aller Wesen war. Gehen wir davon aus, würden wir versuchen, den Nutzen von manchen Lehren, die uns nicht so offensichtlich erscheinen, zu erforschen und zu untersuchen, warum das so ist. Es muss eine praktische Anwendung dafür geben, denn warum würde Buddha einfach nur etwas aufzählen? Dafür gibt es keinen Grund. Oft ist es nicht wirklich offensichtlich, was der Nutzen dafür sein könnte. Wir müssen es immer eingehender und tiefer betrachten, mit anderen darüber reden, die Erfahrungen von anderen mit in Betracht ziehen und so weiter.

Absicht

Untersuchen wir nun den letzten Geistesfaktor in unserer Liste, die Absicht. Beruhend darauf, was wir erkennen, was uns interessiert und so weiter, entsteht automatisch die Absicht. Wir erkennen, dass der Raum warm ist und so entsteht die Absicht, das Fenster zu öffnen. Oder wir erkennen, dass die Blumen verwelkt sind und haben die Absicht, neue zu kaufen. 

Übung   

Was unseren Pullover betrifft, so erkennen wir, dass er passt und wir ihn uns leisten können. Auf diese Weise entsteht dann die Absicht, ihn zu kaufen. Wir betrachten also den Pullover mit der Absicht, ihn zu kaufen. Es handelt sich dabei nur um einen Geistesfaktor, nicht wahr?

In ähnlicher Weise ist es so, dass wir, wenn wir jemandem begegnen und daran interessiert sind, wie es ihm geht, ihm mehr Aufmerksamkeit schenken. Wir bemerken den Gesichtsausdruck der Person und schließen daraus, sowie aus dem Ton ihrer Stimme, dass sie wütend ist, und haben dann die Absicht, auf freundliche Weise mit ihr zu reden und versuchen ihr zu helfen. Vielleicht fragen wir sie, was ihr Problem ist. Die Absicht entsteht und dann treibt uns der Drang dazu an, uns auf die eine oder andere Weise mit der Person zu beschäftigen. 

Vielleicht sagt sie gar nichts, und auch das ist ziemlich spannend. Wir könnten mit ihr telefonieren und die Person erwähnt nicht, dass sie etwas plagt. Aber weil wir Interesse zeigen und wirklich erkennen, dass etwas nicht in die Konvention „alles ist in Ordnung“, sondern in die Konvention „etwas bedrückt sie“ passt, fragen wir sie, ob sie ein Problem hat, obwohl es gar nicht zum Gesprächsthema gehört. Wir könnten sagen: „Du scheinst wegen etwas wütend zu sein.“ Wir können es am Ton ihrer Stimme oder an ihrer Ausdrucksweise erkennen. Indem wir fragen, vergewissern wir uns, ob es stimmt oder nicht. Vielleicht liegen wir falsch und es war eine trügerische Erscheinung. Dann sagt sie: „Nein, ich bin eigentlich gar nicht wütend, sondern nur sehr müde.“ Dann haben wir jedoch weitere Informationen bekommen und das Gespräch kann, beeinflusst dadurch, weitergehen. Vielleicht schlagen wir einfach vor, ein andern Mal miteinander zu reden.

Kurze Zusammenfassung 

Sind wir uns also über all diese Geistesfaktoren und Komponenten bewusst, die jeden Augenblick unserer Erfahrung ausmachen und erkennen, dass sie alle geändert oder angepasst werden können, ohne dieses dualistische Gefühl eines „Ichs“ zu haben, das in unserem Kopf an einer Schalttafel sitzt, tun wir es einfach. Wir erzeugen einfach größeres Interesse am Pullover oder mehr Interesse daran, was die andere Person sagt, indem wir uns auf andere Aspekte des Geschehens fokussieren. Anstatt auf das langweilige Lamentieren, konzentrieren wir uns auf einen anderen Aspekt, wie darauf, dass die Person einsam ist. Wir tun es einfach.

Außerdem ist es natürlich am besten, wenn wir das tun können, ohne dass verbale Kommentare in unserem Kopf ablaufen, wie: „Diese Person ist richtig wütend. Ich spreche lieber auf freundliche Weise mit ihr.“ Diese Kommentare müssen nicht stattfinden. Wir handeln einfach, dann ist es spontaner und natürlicher. Es fließt viel freier. Denn sobald diese Kommentare auftauchen: „Oh, sie ist wütend. Ich bin lieber freundlicher zu ihr“, kommt dieses große „Ich“ zum Vorschein und dann sorgen wir uns vielleicht sogar, dass sie uns nicht mögen wird, wenn wir etwas sagen, oder dass wir einen Fehler machen und so weiter. Die Situation wird noch stressiger, und weniger reibungslos.

Vorbereitung für die nächste Sitzung 

Damit kommen wir zum Ende unseres Vortrags. In der nächsten Sitzung möchte ich zwei Übungen vorstellen. In der einen werde ich einige Bilder aufhängen, die ich aus Magazinen ausgeschnitten habe. Damit können wir üben, unsere Geistesfaktoren anzupassen, während wir uns die Menschen auf diesen Bildern ansehen. In der anderen können wir einen Spiegel nutzen, wenn ihr einen habt. Wir werden uns selbst im Spiegel betrachten, unseren Gesichtsausdruck und so weiter. 

Ohne den Spiegel gibt es noch eine andere Übung, in der wir einfach versuchen zu bemerken, wie wir uns fühlen und was in Bezug auf unsere Gefühle, unsere Laune usw. abläuft. Sie ist etwas schwieriger, als einfach in den Spiegel zu sehen, da sie etwas subtiler ist, aber wenn wir keinen Spiegel haben, kann man es auch so machen. Tatsächlich ist diese Methode viel relevanter, da wir uns ja nicht ständig im Spiegel betrachten. Zuweilen zu prüfen, wie es uns geht, ist hilfreich. Oft bemerken oder beachten wir nicht die Tatsache, dass wir müde sind oder unter Stress stehen. Es ist jedoch wichtig, sich darüber bewusst zu sein, es zu erkennen, und dann Schritte zu unternehmen, bevor es kritisch wird. Wir tun es aber auf ausgewogene Weise, und nicht wie ein Hypochonder. Wir müssen nicht alle zehn Minuten unseren Puls oder unseren Blutdruck messen. So machen wir das nicht.

Wir enden mit der Widmung. Wir denken: möge alles Verständnis und alle positive Kraft, die aus dieser Diskussion entstanden sind, immer tiefer und tiefer gehen und als Ursache dafür dienen, ausgewogene Sensibilität zu entwickeln und schließlich Befreiung und Erleuchtung zum Wohle aller Wesen zu erlangen.

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