Eine Lampe für den Pfad zur Erleuchtung

12:30

Ich werfe mich vor dem jugendhaften Bodhisattva Manjushri nieder.

Das Versprechen (einen Text) zu verfassen 

(1) Nachdem ich mich voller Respekt vor den Siegreichen der drei Zeiten, vor ihrem Dharma und der Sangha-Gemeinschaft verbeugt habe, möchte ich, da mich mein ausgezeichneter Schüler Dschangtschub-Ö dazu gedrängt hat, eine Lampe für den Pfad zur Erleuchtung anzünden.

(2) Da es (Praktizierende) der anfänglichen, mittleren und höchsten (Ebene) gibt, sind diese als die drei Arten von spirituellen Personen bekannt. Ich möchte daher über diese speziellen Unterteilungen schreiben und ihre jeweils definierenden Eigenschaften erläutern.

Anfängliche Ebene

(3) Jeder, der großes Interesse daran hat, mithilfe von diversen Methoden lediglich das Glück des unkontrollierbar sich wiederholenden Samsara (zu erlangen), wird als Person der minimalen spirituellen Ebene bezeichnet.

Mittlere Ebene

(4) Jeder, der natürlicherweise den Freuden der zwanghaften Existenz den Rücken kehrt, negative karmische Impulse abweist und lediglich an seinem eigenen inneren Frieden interessiert ist, wird als eine Person auf der mit mittleren spirituellen Ebene bezeichnet.

Bodhichitta als Zugang zur fortgeschrittenen Ebene

(5) Jeder, der sich von ganzem Herzen wünscht, die Leiden aller Wesen genauso vollständig zu beseitigen, wie (er oder sie) die Leiden in seinem eigenen geistigen Kontinuum (beseitigen würde), ist jemand mit der höchsten Motivation.

(6) Für diese heiligen Wesen, die den Wunsch entwickelten, die höchste Erleuchtung zu erlangen, möchte ich die vollkommenen Methoden erläutern, die uns die Gurus gezeigt haben.

Das Ritual (zum Erzeugen) von anstrebendem Bodhichitta in Verbindung mit Ratschlägen 

(7) Vor Gemälden, Statuen und ähnlichen Dingen, die vollständig erleuchtete Buddhas darstellen, wie auch vor Stupas und heiligen (Dharma-Texten), bringt man Blumen, Räucherwerk, oder was immer man an materiellen Gaben haben mag, dar.

(8) Auch mit der siebengliedrigen Opferung, die im „(Gebet für) ausgezeichnetes Verhalten“ erwähnt wird, verbunden mit der Geisteshaltung, niemals umzukehren bis die letztendliche (Verwirklichung) der Buddha-Essenz erlangt ist, 

(9) nimmt man zunächst mit tiefstem Vertrauen in die Drei Höchsten Juwelen dreimal die sichere Ausrichtung, indem man mit einem gebeugten Knie den Boden berührt und die Hände aneinanderlegt.

(10) Mit einem Geist voller Liebe gegenüber allen begrenzten Wesen betrachte als nächstes ausnahmslos alle Wesen, die unter Geburt etc. in den drei schlechteren Bereichen sowie unter Tod, Übergang und so weiter leiden.

(11) Erzeuge dann, verbunden mit dem Wunsch, alle umherwandernden Wesen mögen von den Erfahrungen des Schmerzes, von Leiden und von den Ursachen des Leidens frei sein, das Bodhichitta des Versprechens, mit dem du niemals wieder umkehren wirst.

(12) Die Vorzüge, die sich daraus ergeben, eine solche anstrebende Geisteshaltung zu entwickeln, wurden von Maitreya ausführlich in seinem Werk „Das Sutra, das sich wie ein Baumstamm ausbreitet“ erläutert worden. 

(13) Wenn du dieses Sutra gelesen oder von deinem Guru etwas darüber gehört hast, und dir der grenzenlosen Vorteile des vollständigen Bodhichittas bewusst geworden bist, entwickle diese Geisteshaltung immer wieder, um sie stabil zu machen.

(14) Die positiv Kraft (des Bodhichittas) wird ausführlich im „Sutra, das von Viradatta erbeten wurde" dargestellt. Da sie dort lediglich in drei Versen zusammengefasst ist, möchte ich diese hier zitieren: 

(15) „Wenn die positive Kraft von Bodhichitta eine Form besäße, würde sie den gesamten Raum vollständig ausfüllen, und sogar darüber hinausgehen.

(16) Selbst wenn jemand die Buddha-Felder, deren Anzahl den Sandkörnern am Ganges gleicht, mit Juwelen vollständig füllen und sie den Beschützern der Welt darbringen würde,

(17) so wäre doch die Gabe von jemandem, der seine Handflächen aneinanderlegt und seinen Geist auf Bodhichitta ausrichtet, wesentlich edelherziger; sie wäre endlos.“

(18) Nachdem man die Stufen des anstrebenden Bodhichittas entwickelt hat, sollte man sie ständig durch zahlreiche Bemühungen vertiefen; und um sie sich in diesem und in anderen Leben stets zu vergegenwärtigen, gilt es, auch die Übungen, die in den Texten erklärt werden, sorgfältig zu wahren.

Die Gelübde des ausübenden Bodhichittas nehmen 

(19) Außer durch die Gelübde, die das eigentliche Wesen des ausübenden Bodhichittas sind, wird dein reines Bestreben niemals anwachsen. Deshalb nimm sie mit dem Wunsch, die volle Erleuchtung anzustreben, definitiv an, energisch für eben diesen Zweck.

(20) Wer jederzeit die anderen Gelübde von einer der sieben Gelübdegruppen der individuellen Befreiung aufrechterhält, hat die richtige Voraussetzung für die Bodhisattva-Gelübde; alle anderen nicht. 

(21) Bezüglich der sieben Klassen der individuellen Befreiung hat der So-Gegangene in seinen Erläuterungen erklärt, dass jene der glorreichen Enthaltung die Höchsten sind; und dabei handelt es sich um die Gelübde der voll ordinierten Mönche.

(22) Nimm die (Bodhisattva-) Gelübde von einem vortrefflichen, voll qualifizierten Guru, mit dem Ritual, wie es im „Kapitel über die ethische Disziplin“ in den „Bodhisattva-Stufen“ gut dargelegt wird. 

(23) Wisse, dass ein vortrefflicher Guru jemand ist, der Erfahrung in der Gelübde-Zeremonie hat, ganz natürlich nach den Gelübden lebt, sie mit Vertrauen überträgt und Mitgefühl besitzt.

(24) Konnte man jedoch trotz aller Bemühungen solch einen Guru nicht finden, gibt es ein anderes Ritual als dieses zum Empfangen der Gelübde, das ich vollständig erläutern werde.

(25) Hier werde ich nun ganz klar darüber schreiben, wie Manjushri in früheren Zeiten, als er der König Ambaraja war, Bodhichitta erzeugte, genauso wie es im „Sutra eines Schmuckes für Manjushris Buddhafeld“ erläutert wird. 

(26) „Vor den Augen meiner Beschützer erzeuge ich Bodhichitta, und alle umherwandernden Wesen als meine Gäste einladend werde ich sie aus den unkontrollierbaren Wiedergeburten befreien.

(27) Von nun an bis zu meinem Erlangen eines höchsten gereinigten Zustandes werde ich niemals mit üblen Absichten, einem wütenden Geist, aus Geiz oder Eifersucht handeln.

(28) Ich werde im Einklang mit dem enthaltsamen Verhalten leben; ich werde mich von Negativitäten und Anhaftung/Begierde befreien. Mich an den Gelübden der ethischen Disziplin erfreuend, werde ich mich beständig genauso üben, wie es die Buddhas getan haben.

(29) Ich werde mich nicht daran erfreuen, Erleuchtung durch schnelle Methoden lediglich für mich selbst zu erlangen, sondern will bis ans Ende der Zeiten verweilen, wenn dies dazu beiträgt, einem einzigen begrenzten Wesen (zu helfen).

(30) Ich werde alles in unermessliche, unvorstellbare Bereiche reinigen und überall in den zehn Richtungen für jene da sein, die meinen Namen gerufen haben.

(31) Ich werde alle Handlungen meines Körper und meiner Rede reinigen, sowie auch die Handlungen meines Geistes: Ich werde niemals irgendwelche destruktiven Handlungen begehen.“

Sich im Bodhisattva-Verhalten üben 

Sich in höherer ethischer Disziplin üben

(32) Wenn man sich in den drei Schulungen der ethischen Disziplin gut übt, indem man im Einklang mit den Gelübden lebt, die das eigentliche Wesen des ausübenden Bodhichittas sind und eine Ursache dafür, Körper, Rede und Geist vollständig zu reinigen, wird der Respekt gegenüber den drei Schulungen der ethischen Disziplin größer werden.

(33) Dadurch wird der vollständig gereinigte, vollkommene Zustand der Erleuchtung (hervorgerufen); denn wenn man sich in den Bodhisattva-Gelübden übt, wird man die für die vollkommene Erleuchtung notwendigen Netzwerke gänzlich vervollständigenden. 

Sich in höherer Konzentration üben

(34) Was die Ursache dafür betrifft, diese Netzwerke zu vervollständigen, die das Wesen positiver Kraft und tiefen Gewahrseins sind, so haben alle Buddhas bestätigt, dass es die Entwicklung eines höher entwickelten Gewahrseins ist.

(35) Gleich einem Vogel, der ohne vollständig entwickelte Flügel im Himmel nicht fliegen kann, wird man ohne die Kraft des höher entwickelten Gewahrseins nicht in der Lage sein, die Wünsche der begrenzten Wesen zu erfüllen.

(36) Die positive Kraft, über die jemand mit höher entwickeltem Gewahrsein an einem Tag und in einer Nacht verfügt, kann von jemandem, der kein höher entwickeltes Gewahrsein besitzt, nicht einmal in hundert Leben erlangt werden.

(37) Hat man den Wunsch, die Netzwerke der vollkommenen Erleuchtung schnell und gänzlich zu vervollständigen, sollte man sich daher bemühen und ein höher entwickeltes Gewahrsein entwickeln. Man erlangt es nicht durch Faulheit. 

(38) Wer noch keinen still gewordenen und zur Ruhe gekommenen Geist entwickelt hat, wird auch kein höher entwickeltes Gewahrsein erlangen. Darum übe dich wiederholt darin, einen still gewordenen und zur Ruhe gekommenen Geisteszustand zu realisieren. 

(39) Sollten aber die Faktoren für einen still gewordenen und zur Ruhe gekommenen Geist schwach sein, wird man keine einsgerichtete Konzentration erlangen, selbst wenn man mit großer Bemühung und für Tausende von Jahren meditiert hat.

(40) Daher sollte man die Faktoren, die im Kapitel „Ein Netzwerk zum Erzeugen einsgerichteter Konzentration“ erwähnt werden, wohl bewahren. Dann lenken wir unseren Geist auf etwas Konstruktives: nämlich auf eines der angemessenen Konzentrationsobjekte. 

(41) Wenn ein Yogi oder eine Yogini einen still gewordenen und zur Ruhe gekommenen Geist realisiert, erlangt er oder sie auch ein höher entwickeltes Gewahrsein.

Sich in höherem unterscheidenden Gewahrsein üben

(42) Wenn du es jedoch versäumt hast, dich im weitreichenden unterscheidenden Gewahrsein zu üben, wirst du nicht in der Lage sein, deine Schleier zu beseitigen. Daher, wenn du alle Schleier in Bezug auf die störenden Emotionen und auf alle erkennbaren Phänomene ausnahmslos beseitigen möchtest, meditiere beständig über das Yoga des weitreichenden unterscheidenden Gewahrseins in Verbindung mit den Methoden.

(43) Denn unterscheidendes Gewahrsein ohne Methoden, wie auch Methoden ohne unterscheidendes Gewahrsein, werden noch immer als Fesseln betrachtet. Verzichte daher niemals auf eines von beiden. 

(44) Um alle Zweifel in Bezug darauf zu beseitigen, was unterscheidendes Gewahrsein ist und was zu den Methoden gehört, möchte ich hier den Unterschied zwischen Methoden und unterscheidendem Gewahrsein erläutern. 

(45) Der Siegreiche hat erklärt, dass, abgesehen vom weitreichenden unterscheidenden Gewahrsein, alle Netzwerke konstruktiver Faktoren, wie weitreichende Großzügigkeit usw., Methoden sind.

(46) Durch die Kraft, über die Methoden meditiert zu haben, kann jemand mit einer (Bodhichitta-) Natur schnell Erleuchtung erlangen, wenn er mit unterscheidendem Gewahrsein gründlich über etwas meditiert. Sie kommt nicht dadurch zustande, allein über die Abwesenheit von (selbst-begründeter) Identität meditiert zu haben.

(47) Das Gewahrsein der Leerheit von selbst-begründender Natur, mit dem man erkannt hat, dass die Aggregate, die kognitiven Quellen und die kognitiven Anreger kein (selbst-begründetes) Entstehen haben, wurde vollkommen als unterscheidendes Gewahrsein erläutert.

(48) Wenn (Dinge selbst-begründete) Existenz hätten, wäre es nicht logisch, wenn sie in Erscheinung treten müssten. Würden sie ferner (zum Zeitpunkt ihrer Ursache) als nicht existierend (selbst-begründet werden), (könnten sie nicht) wie eine Blume aus dem Raum heraus (hervorgebracht werden). Da es darüber hinaus zu der absurden Schlussfolgerung beider dieser Fehler kommen würde, entstehen die Dinge durch keines von beidem (also weder durch selbst-begründete Existenz noch durch Nicht-Existenz).

(49) Phänomene entstehen nicht (selbst-begründet) aus sich Selbst heraus, noch aus etwas anderem und auch nicht aus beidem. Sie (entstehen) auch nicht aus keiner Ursache. Deshalb hat alles seinem Wesen nach keinerlei selbst-begründende Natur.

(50) Wenn man darüber hinaus alle Dinge in Bezug darauf analysiert, ob sie (selbst-begründet) eins oder viele sind, kann man Gewissheit über die völlige Nicht-Existenz selbst-begründender Naturen erlangen, da ihre Wesensnatur die Abwesenheit von allem ist, auf das man zeigen kann.

(51) Die Argumentationsketten, die man in „Die Siebzig Verse über Leerheit" und „Der Wurzeltext zum Mittleren Weg" usw. findet, zeigen ebenfalls, wie die Selbstnatur von Phänomenen als Leerheit begründet wird. 

(52) Da dieser Text jedoch zu lang geworden wäre, gehe ich an dieser Stelle nicht weiter auf das Thema ein. Meine Erläuterungen beziehen sich zum Zwecke der Meditation lediglich auf ein bewährtes philosophisches Lehrsystem. 

(53) Da man nicht auf die selbst-begründende Natur von irgendetwas abzielen kann, ist die Meditation über das Fehlen einer (selbst-begründeten) Identität ausnahmslos eine Meditation über das unterscheidende Gewahrsein.

(54) Mit unterscheidendem Gewahrsein wird man niemals die selbst-begründende Natur irgendeines Phänomens wahrnehmen; und es wird erklärt, dass dies auch in Bezug auf die Realität des unterscheidenden Gewahrseins selbst gilt. Meditiere in dieser (Weise) nicht-konzeptuell (über Leerheit).

(55) Diese zwanghafte Existenz, die durch konzeptuelle Gedanken (des Greifens nach selbst-begründeter Existenz) entsteht, besitzt eine Identitäts-Natur, die durch konzeptuelle Gedanken (lediglich fabriziert wurde). Daher ist der Zustand, in dem man sich von allen Konzepten ausnahmslos befreit hat, der höchste Nirvana-Zustand jenseits von Leiden.

(56) Der Alles Übertreffende Siegreiche Meister sagte zudem: „Konzeptuelle Gedanken (des Greifens nach selbst-begründeter Existenz) sind große Unwissenheit, die uns in den Ozean der unkontrollierbar sich wiederholenden Existenzen fallen lassen. Indem man in vertiefter Konzentration, frei von solchen Konzepten, verweilt, wird man einen raumgleichen, nichtkonzeptuellen Zustand klar hervorbringen.“ 

(57) In der „Dharani-Formel für den Eintritt in das Nicht-Konzepuelle" sagte er zudem: „Wenn die Nachkommen des Siegreichen, die sich mit dieser reinen Dharmapraxis beschäftigen, über diesen Zustand der Abwesenheit konzeptueller Gedanken (des Greifens nach selbst-begründeter Existenz) meditierten, würden sie diese Konzepte überwinden, die so schwierig zu überwinden sind, und würden allmählich einen nichtkonzeptuellen Zustand erlangen.“ 

(58) Wenn man durch diese Zitate und Argumentationsketten die Gewissheit erlangt hat, dass alle Dinge frei von selbst-begründeter Existenz und ohne ein (selbst-begründetes) Entstehen sind, meditiert man in einem Zustand, der frei von konzeptuellen Gedanken (an selbst-begründete Existenz) ist.

Das Ergebnis manifestieren

(59) Wenn man in dieser Weise über die Tatsachen der Realität meditiert und schrittweise die (Stufe) der Hitze und so weiter erlangt hat, wird man (die Stufe) höchster Freude und so weiter verwirklichen und die Erleuchtung der Buddhaschaft wird nicht mehr fern sein.

(60) Wenn man aber durch die Handlungen des Befriedens, des Stimulierens usw., die man durch die Kraft der Mantras und der acht großen tatsächlichen Verwirklichungen usw. erlangt hat, wie beispielsweise die Verwirklichung einer vortrefflichen Vase usw.,

(61) und durch glückseliges Gewahrsein, wünscht, die erleuchtungsbildenden Netzwerke zu vervollkommnen, und wenn man sich wünscht, auch die Handlungen der Geheimen Mantras zu üben, wie sie im Kriya-, Charya und den anderen Tantra-Klassen erörtert werden,

(62) dann - um die (Vajra-)Meister-Ermächtigung zu erhalten - erfreut man seinen heiligen Guru mit all solchen Dingen, wie ihm respektvoll zu dienen, ihm wertvolle Substanzen usw. darzubringen und zu tun, was er sagt. 

(63) Wenn man durch das Zufriedenstellen des Gurus die vollständige Übertragung der (Vajra-)Meister-Ermächtigung bekommen hat, wird man sich vollständig von allen negativen Kräften reinigen und natürlicherweise mit dem angemessenen Anteil ausgestattet werden, um die tatsächlichen Verwirklichungen zu erlangen. 

(64) Da es gemäß dem „Großen Tantra des ursprünglichen Buddha“ grundsätzlich untersagt ist, werden die geheimen Ermächtigungen und die Ermächtigung des unterscheidenden Gewahrseins von denen, die enthaltsam leben, nicht (auf wörtliche Weise übertragen oder) empfangen.

(65) Würde man die so übertragenen Ermächtigungen nehmen, während man im Einklang mit der asketischen Praxis der Enthaltsamkeit lebt, würde man verbotene Handlungen begehen und dadurch die Gelübde der Askese brechen.

(66) Mit anderen Worten: Als ein Übender des gezügelten Verhaltens würde man einen Gelübde-Bruch der vollständigen Niederlage eingehen, und da man definitiv in einen der schlechten Wiedergeburtszustände fallen würde, hätte man niemals irgendwelche Verwirklichungen.

(67) Wenn man jedoch (in einer nicht-wörtlichen Weise) die Übertragung der (Vajra-)Meister-Ermächtigung empfangen hat und sich der Wirklichkeit gewahr ist, sind die Handlungen des Hörens und Erklärens aller Tantras, des Ausführens von Feuer-Pujas, des Darbringens von Opfergaben in Pujas und so weiter nicht falsch.

Ich, Shri Dipamkara der Ältere, der erkannt hat, (dass alles genauso ist,) wie es in den Dharma-Lehren der Sutras etc. erklärt wird, und der ich von Dschangtschub-Ö darum gebeten wurde, habe diese kurze Zusammenfassung der Erklärungen zum Pfad der Erleuchtung verfasst.

Dies schließt den Text „Eine Lampe für den Pfad zur Erleuchtung“ ab, der vom großen Meister Dipamkara Shrijnana zusammengestellt worden ist. Der Text wurde vom indischen Abt (Dipamkara Shrijnana) selbst und dem tibetischen Übersetzer und Mönch Gewe Lodrö übersetzt, redigiert und endgültig fertig gestellt. Dieser Dharma-Text wurde im Toling-Tempel in Zhang-Zhung verfasst.

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