Was ist Glück?

Glück entspringt daraus, dass einem aufrichtig an anderen liegt und man ihr Glück höher schätzt als die eigenen selbstsüchtigen Belange. Handlungen der Zuneigung und Großzügigkeit verbinden uns auf bedeutungsvolle Weise mit anderen. Sie führen zu innigen Freundschaften und Selbstwertgefühl.

Glück – die Empfindung von Wohlgefühl, innerem Frieden und Erfüllung in unserem Leben – ist ein Gefühl, das wir uns alle wünschen. Wenn wir einen kleinen Geschmack davon bekommen, möchten wir nicht, dass es wieder aufhört. Wir reden hier nicht von Annehmlichkeiten oder Vergnügungen, sondern von einem tiefer liegenden Geisteszustand, mit dem wir dann alles erleben.

Doch was ist die Quelle von Glück? Im Buddhismus heißt es, dass die größte Quelle darin liegt, andere wertzuschätzen: sich liebevoll und mitfühlend um das Wohlergehen und das Glück anderer zu kümmern. Das direkte Gegenteil davon, sich egoistisch nur um sich selbst zu kümmern, führt nur zu Unglücklichsein. Es verengt und verschließt Herz und Geist. Übertriebene Beschäftigung mit sich selbst führt dazu, dass wir einsam, niedergeschlagen und zutiefst unglücklich sind. Wenn uns das Wohl anderer am Herzen liegt, verbindet uns das mit ihnen, unser Herz öffnet sich und ist erfüllt von einem warmen Gefühl. Wir fühlen uns dann sogar körperlich besser. Auf ihr Glück bedacht, versuchen wir, ihnen zu helfen, so gut wir können, und vermeiden, irgendetwas zu tun, das sie verletzen könnte. Das lässt vertrauensvolle Freundschaften entstehen, und gute Freunde zu haben erfüllt unser Leben mit mehr Sinn. Mit emotionaler Unterstützung von Familienmitgliedern und Freunden finden wir die Kraft, mit allem fertigzuwerden, was im Leben passiert.

Wenn wir uns einsam und unglücklich fühlen, sehnen wir uns danach, uns mit anderen verbunden zu fühlen, und wenden uns deshalb oft den sozialen Medien zu. Vielleicht erleben wir einen kurzlebigen Anflug von Freude darüber, dass jemand auf unser eingestelltes Selbstportrait mit „Gefällt mir“ reagiert hat, oder beim Lesen einer Mitteilung von einem unserer Freunde, aber dann blicken wir begierig alle paar Minuten auf unser Telefon und warten unruhig auf den nächsten Kick. Wir sind süchtig nach sozialen Medien geworden und ganz gleich, wie viele „Gefällt mir“-Meldungen und Mitteilungen wir bekommen, wir fühlen uns trotzdem nicht so recht verbunden. Wir fühlen uns immer noch allein, wir blicken lediglich auf einen Bildschirm.

Weil wir uns so unwohl dabei fühlen, mit unseren Gedanken und Emotionen allein zu sein , lenken wir uns ständig ab, indem wir Musik hören oder uns Computerspielen zuwenden, aber das schottet uns nur noch mehr von anderen ab. Wie sollen solche Strategien, die nur auf die eigene Annehmlichkeit gerichteten sind, bewirken, dass wir uns mit anderen verbunden fühlen, und ein tief empfundenes Gefühl von Glück und Sinn in unser Leben bringen? Verschafft es uns ein dauerhaftes Gefühl von Verbundenheit, wenn wir auf lärmende Partys gehen und zu ohrenbetäubender Musik in einer dichten Menge wie hypnotisiert wirkender Menschen auf und ab hüpfen? Oder wenn wir in einer rasenden Zuschauermenge im Fußballstadion einer Mannschaft zujubeln? Oder uns unter kreischenden Zuhörern eines Rockkonzerts aufhalten? Oder sind das nur stärkere Dosierungen für unseren Dopamin-Pegel, und am Ende sind wir immer noch allein und warten wieder voller Unruhe auf die nächste SMS auf unserem Smartphone und überprüfen, wie vielen Leuten es gefallen hat, dass wir auf dieser Party oder in jenem Konzert oder bei einem Fußballspiel waren?

Was uns tatsächlich mit anderen in Verbindung bringt, ist, an ihr Glück zu denken und daran, wie wir sie darin unterstützen können, statt nur von ihnen zu erwarten, dass sie unseren Wert bestätigen und uns glücklich machen. Worauf es hinausläuft, ist: Ichbezogenheit versus aufrichtiges Interesse am Glück und Wohlergehen der anderen - und nicht nur an Aufmerksamkeit und Bestätigung von ihnen.

Manche von uns haben vielleicht das Gefühl, dass wir machtlos sind und keinen Einfluss auf die Situation in der Welt haben, dass alles hoffnungslos ist - warum sollte man sich also damit abgeben? Wir versinken in einen niedergeschlagenen Zustand von „Ach, was soll’s.“ Aber die Realität ist, dass wir sogar auf Fremde Einfluss haben, wenn wir an ihr Wohlergehen denken und versuchen, ihnen zu helfen. Jemandem irgendeine Kleinigkeit zu schenken, und sei es nur ein Lächeln, gibt uns das Gefühl, dass wir etwas auslösen können. Es gibt uns ein gewisses Selbstwertgefühl – wir haben etwas zu geben, und das fühlt sich gut an. Wir werden glücklicher mit uns selbst und dem Leben.

Was ist Glück? Glück ist ein Gefühl von Sinn im Leben, das daraus entspringt, dass wir das Glück anderer zu unserem Hauptanliegen machen, und freundlich, rücksichtsvoll und mitfühlend gegenüber jedem sind, dem wir begegnen. Solch eine Einstellung und Verhaltensweise gibt uns wirklich das Gefühl sozialer Verbundenheit. Wir Menschen sind soziale Wesen; wir können nur gedeihen, wenn wir mit anderen verbunden sind. Freundlichkeit und Interesse an anderen sind also die wesentlichen Faktoren, die es zu kultivieren gilt, um ein glückliches Leben zu führen.

Zusammenfassung

Akte der Zuneigung, mit einer geistigen Haltung, in der einem am Wohl der anderen liegt, sind also Schlüssel zum Glück.