Am Ende des Textes spricht Gyalse Togme Zangpo eine Widmung. Lasst uns versuchen, ihm zu folgen, und alles Wissen, was wir von ihm bekommen haben, zu widmen. Dann wird sich unsere Widmung schön mit seiner verbinden.
(37) Die Übung der Bodhisattvas ist, mit dem unterscheidenden Gewahrsein, dass die drei Sphären völlig rein sind, die förderlichen Kräfte, die durch Bemühungen wie diese entstanden sind, der Erleuchtung zu widmen, um die Leiden der zahllosen umherwandernden Wesen zu beseitigen.
In den letzten paar Tagen haben wir über die Übungen der Bodhisattvas gesprochen, sowie darüber, wie wir sie in unsere eigene Praxis miteinbeziehen könnten. Ich habe versucht, die Qualitäten und Nutzen der Praxis von Leerheit und Bodhichitta zum Ausdruck zu bringen. Wir alle, die hier diesen kostbaren Text durchgegangen sind, haben ein riesiges Maß an positivem Potenzial angesammelt. In den Sutras sagt Buddha selbst, dass schon das Hören oder Lesen von Texten über die Leerheit einen ungeheuren Nutzen hat. Dies ist der einzige Weg, um Erleuchtung zu erlangen und nur einen kleinen Zweifel in Bezug auf die Festigkeit der Existenz zu haben, untergräbt die Fundamente von Samsara. Wir haben zusammen eine gute Sache gemacht.
Bitte widmet alle positive Kraft, die ihr aufgebaut habt, damit es nicht nur für euch oder nur für dieses Leben einen Nutzen gibt. Wir sollten den starken Wunsch haben, in zukünftigen Leben weiter diesen wunderschönen Text studieren zu können, bis wir genauso wie Gyalse Togme Zangpo sein werden. Wir können anstreben, allen fühlenden Wesen durch das nicht-konzeptuelle Verständnis der Leerheit von Nutzen sein zu können.
Außerdem sollten wir unser positives Potenzial dem langen Leben Seiner Heiligkeit des Dalai Lama widmen und verstehen, dass die Person, die widmet und die positive Kraft, die gewidmet wird, beide wie alle Illusionen sind. Ebenso ist das Objekt, dem wir das positive Potenzial widmen, wie eine Illusion. Seine Heiligkeit ist wie eine Illusion, eure konstruktiven Handlungen sind wie eine Illusion und ihr selbst seid wie eine Illusion. Warum widmen wir Seiner Heiligkeit? Damit er ein langes, gesundes Leben hat und uns weiter Belehrungen geben kann. Das trifft auch für alle anderen Lehrer zu. Es gibt auch so viele demütige Mönche und zahlreiche große Lehrer ohne irgendwelche Titel. Wir halten nur nach großen Titeln Ausschau, doch wir sollten auch darauf achten, die verborgenen Schätze zu finden. Das könnten einfache Laien, eine Nonne oder irgendjemand sein. Es müssen nicht Buddhisten, sonder könnten auch Muslime, Christen oder Hindus sein.
Das Gebet eines Bodhisattvas ist nicht, als ein menschliches Wesen mit einer vollkommenen körperlichen und geistigen Form wiedergeboren zu werden. Nein. Bodhisattvas beten für eine Wiedergeburt, wann immer und wo immer es von größtmöglichen Nutzen sein wird, auch wenn das bedeutet, unter winzigen Insekten wiedergeboren zu werden.
Auf dem Discovery Channel kann man so viele schöne Dinge sehen, die biologisch gesehen nicht passieren sollten. Laut den Wissenschaftlern ist es nicht möglich, doch zuweilen sieht man Dinge jenseits des Gewöhnlichen, also außergewöhnliche Dinge. Normalerweise töten Löwen Kälber, um sie zu fressen, doch ich habe Löwen gesehen, die Kälber adoptieren. Kraniche ernähren sich normalerweise von Fisch, doch ich habe gesehen, wie Kraniche Fische füttern, was unglaublich ist. Wie in diesen Beispielen beten Bodhisattvas inbrünstig, dort wiedergeboren zu werden, wo sie anderen größtmöglich nutzen können. Wer weiß, vielleicht sind einige dieser Tiere Manifestationen von Bodhisattvas.
Letztlich wissen wir nicht, wann wir sterben werden. Ich kenne Menschen, die, als sie starben, jünger waren als ich. Das Alter spielt also keine Rolle. Wir wissen es nicht. Ich habe große Meister gesehen, große Rinpoches, die an Krebs und anderen Krankheiten starben. Ich erinnere mich daran, dass Seine Heiligkeit der Dalai Lama eine Geschichte des Ersten Dalai Lama mit uns teilte. Er war ein Schüler von Lama Tsongkhapa und ein großer Praktizierender. An einem bestimmten Punkt fühlte er sich bereit die Welt zu verlassen und seine Schüler machten sich große Sorgen und waren traurig. Einer sagte: „Ihr seid ein großer Praktizierender und müsst Euch keine Sorgen machen, Ihr werdet in ein reines Land gehen.“ Mit einem ernsten Blick sagte der Erste Dalai Lama darauf: „Ich habe in meinem Leben nie gebetet, in einem reinen Land wiedergeboren zu werden, sondern nur dort, wo ich für fühlende Wesen von Nutzen sein kann, auch wenn ich großes Leid ertragen muss.“ Das ist es, was wir tun sollten. Wenn es nächste Leben gibt, müssen wir uns keine Sorgen machen, denn wir werden weiter lernen können, bis hin zur Befreiung.
Hier kann man den Originaltext „37 Übungen der Bodhisattvas“ von Togme Zangpo lesen.