Einführung
Menschen glauben oft, dass manche Handlungen zu schlimm sind, um vergeben oder geändert zu werden. Begeht jemand eine ernsthafte Straftat, neigt die Gesellschaft dazu ihn für immer als „böse“ oder verloren abzustempeln. In religiösen Traditionen wird jedoch eine andere Perspektive geboten. Dort werden wir erinnert, dass auch jene, die großen Schaden verursacht haben, dennoch das Potenzial dazu haben, sich zu ändern und zu korrigieren.
Dies wird in zwei aussagekräftigen Geschichten aus dem Buddhismus und dem Islam deutlich. In der Geschichte von Angulimāla im Theravada Buddhism und in der islamischen Geschichte von dem Mann, der hundert Menschen tötete, geht es um extreme Gewalt, der tiefe Transformation folgt. Dabei handelt es sich nicht nur um Geschichten aus der Vergangenheit, sondern um wichtige Lektionen für die heutige Welt, in der Gewalt, Kriminalität und Verurteilung alltäglich sind.
Während es im Buddhismus und im Islam unterschiedliche Glaubensvorstellungen darüber gibt, wie Dinge geschehen, ist man sich in beiden in einem Schlüsselpunkt einig: kein menschliches Wesen ist unempfänglich für Wandel. In dieser Abhandlung werden zwei Geschichten und ihre Bedeutungen untersucht. Es wird erforscht, inwiefern sie helfen können, ein besseres Verständnis zwischen den Buddhisten und Muslimen in der derzeitigen Gesellschaft zu schaffen.
Die Geschichte von Angulimāla
Im Buddhismus zeigt die Geschichte von Angulimāla, wie eine Person von extremer Gewalt zu innerem Frieden finden kann. Seine Geschichte wird maßgebend im Pali Kanon (Majjhima Nikaya 86: Aṅgulimāla Sutta), und anderen Texten dargestellt. Angulimāla war einst bekannt als Ahimsaka, was „gewaltlos“ bedeutet. Er war ein guter Schüler, doch durch Manipulation und falsche Führung wurde er zu einem gefährlichen Mörder. Er tötete zahlreiche Menschen und trug deren Daumen als eine Girlande, was ihm den Namen Angulimāla gab. Angulimāla hatte 999 Menschen getötet und brauchte noch einen Daumen, um seine Girlande zu vervollständigen. Als er versuchte den Buddha zu töten, wurde er von der Gelassenheit des Buddhas berührt, nahm bei ihm Zuflucht und wurde ein Mönch.
Angulimāla’s Leben änderte sich, als er den Buddha traf. Als Angulimāla versuchte, ihn zu fangen, konnte er ihn nicht einholen, obwohl der Buddha langsam ging. Schließlich schrie er den Buddha an, doch endlich stehenzubleiben. Der Buddha antwortete darauf: „Ich habe haltgemacht, aber du nicht“. Diese Aussage zeigte, dass der Buddha jeglicher Gewalt ein Ende gesetzt hatte, aber Angulimāla noch immer darin gefangen war. Im Aṅgulimāla Sutta heißt es:
Angulimāla: „Während du in Kontemplation gehst, sagst du: ‚ich habe haltgemacht‘. Doch wenn ich haltmache, sagst du, ich tue es nicht.“ Ich frage dich, was die Bedeutung dahinter ist: „Warum hast du haltgemacht, und ich nicht?“ Der Buddha antwortete: „Ich habe für immer haltgemacht, Angulimala, denn ich habe jeglicher Gewalt gegen alle Lebewesen entsagt. Du bist jedoch gegenüber allen Wesen zügellos. Auf diese Weise habe ich haltgemacht und du nicht,“
In diesem Moment verstand Angulimāla seinen Zustand. Er empfand tiefe Reue und entschied, sein Leben zu ändern. Er entsagte der Gewalt und wurde ein Mönch. Seine Transformation spiegelt eine zentrale buddhistische Lehre wieder, die man im Dhammapada (Vers 183) findet:
Sabbapapassa akaranam ku salassa upasampada sacittapariyodapanam etam buddhana sasanam.
Nichts Schädliches zu tun, Verdienste anzusammeln und den eigenen Geist zu reinigen – das ist die Lehre der Buddhas.
Angulimāla’s Transformation beseitigte jedoch nicht die Konsequenzen seiner Vergangenheit. Die Menschen hatten nach wie vor Angst vor ihm und griffen ihn sogar an. Dieses Leid nahm er geduldig an und verstand, dass es das Ergebnis seiner früheren Handlungen (kamma) war. Das spiegelt eine weitere Lehre, Dhammapada (Vers 127), wieder:
Na antalikkhe na samuddamajihe na pabbatanam vivaram pavissa na vijjati so jagatippadeso yatthatthito mucceyya papakamma.
Weder im Himmel, noch mitten im Ozean, weder in der Höhle eines Berges noch irgendwo anders gibt es einen Ort, an den man den Konsequenzen einer schädlichen Tat entfliehen kann.
Durch Disziplin, Meditation und Weisheit erlangte er schließlich Erleuchtung (nibbāna). Seine Geschichte zeigt auch die Kraft der geistigen Transformation, wie im Dhammapada (Vers 5) erklärt wird:
Na hi verena verani sammantidha kudacanam averena ca sammanti esa dhammo sanantano
Hass kann man in dieser Welt nie durch Hass besänftigen. Mann kann ihn nur durch liebende Güte besänftigen. Das ist ein altes Gesetz.
Diese Geschichte zeigt, dass die Transformation im Buddhismus durch Selbstwahrnehmung, Weisheit und inneren Wandel geschieht.
Die Geschichte des reuigen Mörders
Im Islam gibt es eine berühmte Geschichte von einem Mann, der 99 Menschen tötete. Er wollte wissen, ob ihm vergeben werden könnte, und so ging er zunächst zu einem Heiligen, der ihm sagte, es gäbe keine Vergebung für ihn. Voller Wut tötete er auch ihn und so stieg die Anzahl seiner Morde auf 100.
Er suchte weiter nach Hoffnung und so ging er zu einem Gelehrten. Dieses Mal bekam er eine andere Antwort. Der Gelehrte sagte ihm, dass nichts eine Person von der Reue (tawba) abhalten könne. Das spiegelt die Lehre aus dem Koran (Qur’an 39:53) wieder:
قُلْ يَـٰعِبَادِىَ ٱلَّذِينَ أَسْرَفُوا۟ عَلَىٰٓ أَنفُسِهِمْ لَا تَقْنَطُوا۟ مِن رَّحْمَةِ ٱللَّهِ ۚ إِنَّ ٱللَّهَ يَغْفِرُ ٱلذُّنُوبَ جَمِيعًا ۚ إِنَّهُۥ هُوَ ٱلْغَفُورُ ٱلرَّحِيمُ
Künde, o Prophet, dass Allah spricht: „O Meine Diener, die ihr maßlos gegen euch selbst gesündigt habt! Verliert nicht die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Allahs, denn Allah vergibt wahrhaftig sämtliche Sünden. Wahrlich, Er ist der Allvergebende, der Barmherzige.“
Der Gelehrte wies ihn an, sein schlechtes Umfeld zu verlassen und sich an einen Ort zu begeben, an dem die Menschen Gott verehren. Der Mann traf die aufrichtige Entscheidung sich zu ändern und begann seine Reise. Allerdings starb er auf dem Weg. Laut der Überlieferung in „Sahih Muslim“ stritten die Engel darüber, ob er bestraft oder ihm vergeben werden sollte. Am Ende wurde entschieden, dass ihm Gott vergab, weil er sich dem Guten zugewandt hatte.
Diese Geschichte betont die Wichtigkeit der Absicht. Es wird in den Hadith-Sammlungen von „Sahih al-Bukhari“ und „Muslim“ erwähnt, wo der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) sagte:
إِنَّمَا الْأَعْمَالُ بِالنِّيَّاتِ، وَإِنَّمَا لِكُلِّ امْرِئٍ مَا نَوَى
Die Taten sind entsprechend den niyyāt (Absichten), und jedem Menschen steht nur das zu, was er beabsichtigt hat.
Darin zeigt sich zugleich die weitreichende Barmherzigkeit Gottes, wie sie in einem weiteren Hadith Qudsi bei „Sahih Muslim“ und „Sahih al-Bukhari“ überliefert ist. Darin sagt Allah:
إِنَّ رَحْمَتِي تَغْلِبُ غَضَبِي
Meine Barmherzigkeit wiegt schwerer als Mein Zorn.
Diese Geschichte lehrt uns, dass aufrichtige Reue (tawbah), wie groß die Sünde auch ist, zu Gottes Barmherzigkeit führen kann.
Was lehren uns diese Geschichten?
Die Möglichkeit der Veränderung
Beide Geschichten weisen die Vorstellung nachdrücklich zurück, dass ein Mensch dauerhaft durch seine Vergangenheit definiert ist. Im Buddhismus wird Angulimāla nach seiner Zeit als Mörder zu einem friedvollen Mönch. Im Islam wird dem Mann, der einhundert Menschen tötete, vergeben, weil er aufrichtig bereute. Das spiegelt eine gemeinsame moralische Sicht wieder. Im Buddhismus ist die Transformation möglich, was im Dhammapada (Vers 165) wie folgt ausgedrückt wird:
Attana hi katam pipam attana samkilissati attana akatam papam attanava visujjhati suddhi asuddhi paccattam nanno annanam visodhaye
Durch eigenes Handeln entsteht das Böse, und durch sich selbst lädt man Schuld auf sich. Ebenso unterlässt man durch eigene Einsicht das Böse, und durch sich selbst erlangt man Reinheit. Reinheit und Unreinheit hängen gänzlich von einem selbst ab; niemand kann einen anderen reinigen.
Im Islam sprach der Prophet (Friede sei mit ihm), überliefert in Sunan Ibn Majah (Nr. 4250):
التَّائِبُ مِنَ الذَّنْبِ كَمَنْ لاَ ذَنْبَ لَهُ
Wer seine Sünde bereut, ist wie jemand, der keine Sünde hat.
Das lehrt uns, dass eine Änderung immer möglich ist.
Verantwortung und Konsequenzen
Obgleich beide Geschichten über Vergebung und Veränderung sprechen, ignorieren sie nicht die Verantwortung. Im Buddhismus leidet Angulimāla trotz allem wegen seiner vergangenen Taten, was das Gesetz des kamma widerspiegelt. Obgleich dem Mann vergeben wurde, erinnert uns im Islam der Koran (Qur’an 99:7-8):
فَمَن يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ خَيْرًۭا يَرَهُۥ
وَمَن يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍۢ شَرًّۭا يَرَهُۥ
Wer nun im Gewicht eines Stäubchens Gutes tut, wird es sehen; und wer im Gewicht eines Stäubchens Böses tut, wird es sehen.
Dies zeigt, dass Handlungen in beiden Traditionen von Bedeutung sind und ernst genommen werden.
Die Rolle der Anweisung
In beiden Geschichten geschieht die Veränderung durch Anweisung. Angulimāla trifft den Buddha, der ihm hilft, die Wahrheit zu verstehen. Der Mörder im Islam trifft einen weisen Gelehrten, der ihm Hoffnung und eine Richtung gibt. Das spiegelt die Wichtigkeit der Weisheit wider. Im Dhammapada (Vers 78) sagt Buddha:
Na bhaje papake mitte na bhaje purisadhame bhajetha mitte kalyane bhajetha purisuttame.
Man sollte keine Gemeinschaft mit schlechten Freunden oder Niederträchtigen haben, sondern sich mit guten Freunden und Edlen umgeben.
In ähnlicher Weise sagte der Prophet (Friede sei mit ihm), überliefert in Abu Dawud:
الرجل على دين خليله، فلينظر أحدكم من يخالل
Der Mensch folgt der Religion seines Freundes; daher sollte man vorsichtig sein, wen man sich zum Freund nimmt.
Das zeigt, wie wesentlich Orientierungshilfen und gute Gemeinschaft für die Transformation sind.
Innere Veränderung und äußere Taten
Beide Geschichten zeigen, dass wahre Transformation nicht nur das Beenden schlechter Taten bedeutet, sondern tiefen inneren Wandel. Im Buddhismus liegt der Fokus auf dem Reinigen des Geistes. Im ersten Vers des Dhammapada heißt es:
Manopubbangama dhamma manosettha manomaya manasa ce padutthena bhasati va karoti va tato nam dukkhamanveti cakkamva vahato padam
Den Dingen geht der Geist voraus; der Geist ist ihr Anführer; sie sind aus Geist gemacht.
Im Islam ist sowohl innerer als auch äußerer Wandel erforderlich. Im Koran (13:11) heißt es:
إِنَّ ٱللَّهَ لَا يُغَيِّرُ مَا بِقَوْمٍ حَتَّىٰ يُغَيِّرُوا۟ مَا بِأَنفُسِهِمْ ۗ
Gewiss, Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist.
Somit ist für die Transformation sowohl die innere Absicht als auch die äußere Handlung notwendig.
Lektionen für die heutige Gesellschaft
Verbrechen und Bestrafung neu überdenken
In der heutigen Welt werden Verbrecher oft als Menschen gesehen, die sich nicht ändern können. Viele Systeme fokussieren sich daher lediglich auf die Bestrafung. Diese Geschichten weisen jedoch auf einen anderen Ansatz hin. Sie erinnern uns, dass sich sogar schwerwiegende Straftäter ändern können. Dies befürwortet Resozialisierung und das Gewähren einer zweiten oder erneuten Chance.
Der Koran ermutigt zu Gerechtigkeit mit Barmherzigkeit (5:39):
فَمَن تَابَ مِنۢ بَعْدِ ظُلْمِهِۦ وَأَصْلَحَ فَإِنَّ ٱللَّهَ يَتُوبُ عَلَيْهِ ۗ إِنَّ ٱللَّهَ غَفُورٌۭ رَّحِيمٌ
Wer aber nach seiner Ungerechtigkeit bereut und Besserung zeigt, dem wendet Sich Allah gewiss vergebend wieder zu. Allah ist wahrlich der Allvergebende, der Barmherzige.
Über bloßes Verurteilen hinausgehen
In der modernen Gesellschaft werden Menschen schnell und dauerhaft verurteilt. Durch diese Geschichten wird diese Einstellung hinterfragt. Sie lehren Mitgefühl. Der Buddha betonte dies, wie im Dhammapada (Vers 50) erwähnt wird:
Na paresam vilomani na paresam katakatam attanova avekkheyya katani akatani ca
Man sollte nicht auf die Fehler anderer schauen, noch auf das, was sie getan oder nicht getan haben. Einzig das eigene Handeln und Versäumen – ob gut oder schlecht – sollte Gegenstand der eigenen Betrachtung sein.
Ebenso gibt es im Islam in Sunan Ibn Majah (2546) eine Überlieferung, wo der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte:
مَنْ سَتَرَ عَوْرَةَ أَخِيهِ الْمُسْلِمِ سَتَرَ اللَّهُ عَوْرَتَهُ يَوْمَ الْقِيَامَةِ وَمَنْ كَشَفَ عَوْرَةَ أَخِيهِ الْمُسْلِمِ كَشَفَ اللَّهُ عَوْرَتَهُ حَتَّى يَفْضَحَهُ بِهَا فِي بَيْتِهِ
Wer die (verborgene) Verfehlung seines muslimischen Bruders bedeckt, dessen Verfehlungen wird Allah (t) am Tag der Auferstehung bedecken. Wer aber die Verfehlung seines muslimischen Bruders bloßstellt, dessen Verfehlungen wird Allah bloßstellen, bis Er ihn dadurch selbst in seinem (eigenen) Haus beschämt.
Der Umgang mit Gewalt und Extremismus
In einer Welt, die von Gewalt geprägt ist, geben uns diese Geschichten Hoffnung. Sie zeigen, dass sich sogar Gewalttätige ändern können. Im Koran wird der Wert des Lebens gelehrt (5:32):
Wer ein einziges Leben rettet, für den ist es so, als hätte er die ganze Menschheit gerettet.
Und im Buddhismus setzt man sich für Gewaltlosigkeit ein (Dhammapada 129):
Alle haben Angst vor Gewalt und alle fürchten den Tod. Sich selbst mit anderen vergleichend, soll man nicht töten und nicht töten lassen.
Diese Geschichten sprechen auch von persönlichen Schwierigkeiten, denn jeder macht Fehler. Sie erinnern uns daran, niemals die Hoffnung zu verlieren. Der Buddha lehrt eigene Anstrengungen (Dhammapada 165):
Durch eigenes Handeln entsteht das Böse... durch sich selbst erlangt man Reinheit.
Der Islam lehrt, auf Gottes Barmherzigkeit zu hoffen:
Gebt die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit niemals auf. (Koran 39:53)
Buddhistisch-muslimisches Verständnis
Diese Geschichten offenbaren wichtige gemeinsame Werte im Buddhismus und im Islam. Beide Traditionen betonen die Möglichkeit der Transformation, der Wichtigkeit moralischer Verantwortung und dem Bedürfnis nach Anweisung und Weisheit, um fehlerhaftes Handeln zu überwinden. Sie heben auch Hoffnung und Mitgefühl als essenzielle Elemente im Umgang mit menschlichen Fehlverhaltens hervor. Diese übereinstimmenden Lehren bilden eine solide Grundlage für einen gewinnbringenden Dialog zwischen Buddhisten und Muslimen. Sie verdeutlichen, dass beide Traditionen ungeachtet theologischer Differenzen das gemeinsame Ziel verfolgen, den Menschen ethisch zu reifen und das menschliche Wohl zu fördern.
Gleichzeitig gibt es wichtige Unterschiede in Bezug darauf, wie man die Transformation in jeder Tradition versteht. Im Buddhismus wird sie durch die Prinzipien von „Karma“ und dem Entwickeln von pañña (Weisheit) erklärt, während man sich auf Selbstwahrnehmung und innere Erkenntnis richtet. Im Islam betont man hingegen die Reue (tawbah) und die Barmherzigkeit Gottes, wobei man die Beziehung zwischen dem menschlichen Wesen und dem Schöpfer hervorhebt. Diese Unterschiede spiegeln tiefere theologische Perspektiven wider, aber hindern uns nicht daran, gegenseitigen Respekt zu haben. Vielmehr bieten sie Möglichkeiten, die verschiedenen Arten des Verstehens der Konditionierung der Menschen zu schätzen.
Diese Geschichten bieten auch einen sinnvollen Pfad für einen interreligiösen Dialog. Sie können in pädagogischen und sozialen Kontexten genutzt werden, um beiden Gemeinschaften zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Überzeugungen und Werte zu verhelfen. Indem sie über sie nachdenken, können Buddhisten und Muslime Vertrauen aufbauen, gegenseitigen Respekt vertiefen und eine friedliche Koexistenz in multikulturellen Gesellschaften fördern.
Schlussfolgerung
Die Geschichten von Angulimāla und dem reumütigen Mörder im Islam zeigen, dass eine Transformation immer möglich ist. Sogar jene, die großen Schaden begangen haben, können sich ändern. Sowohl im Buddhismus als auch im Islam werden Verantwortung, Anstrengung und moralische Disziplin gelehrt. Gleichzeitig bieten beide Hoffnung, Mitgefühl und die Möglichkeit für einen Neuanfang.
In der heutigen Welt sind diese Lehren enorm wichtig. Sie ermutigen uns, über das Urteilen hinauszuwachsen, an das menschliche Potenzial zu glauben und den Wandel in uns selbst wie auch in anderen zu unterstützen. Die gemeinsame Reflexion dieser Erzählungen offenbart Buddhisten wie Muslimen ein verbindendes ethisches Fundament – getragen von Mitgefühl, Eigenverantwortung und Hoffnung. Letztendlich erinnern uns beide Traditionen an eine wichtige Wahrheit, nämlich:
Wie dunkel die Vergangenheit auch sein mag, die Tür zur Transformation steht immer offen.