Einzelheiten der tibetischen Heilkunde: Geschichte und Übertragungslinien

Einführung nicht-buddhistischer Medizintraditionen in Tibet 

Das früheste medizinische System in Tibet war das vorbuddhistische Bön-System, welches mindestens eintausend Jahre vor unsere Zeitrechnung zurückreicht. Die medizinische Literatur dieses Systems wird in den vier medizinischen Bönpo-Texten names „Die Vierhunderttausende“ (tib. ’Bum-bzhi) bewahrt und als Teil der Ausbildung für den Geshe-Titel in den Bönpo-Klostern studiert. Ein Teil der Fachausdrücke und Ansätze dieser Texte haben es in das moderne buddhistische System geschafft.

Die nächste Periode begann Mitte des fünften Jahrhunderts n. Chr., als zwei Ärzte während der Herrschaft des 28. Yarlung-Königs von Zentraltibet, Lhathothori Nyentsen (tib. Lha-tho-tho-ri gNyan-btsan), aus Südindien kamen. Einer von ihnen heiratete die Tochter des Königs und dessen Nachkommen wurden zu Hofärzten. Während der Herrschaft dieses Königs kamen die ersten buddhistischen Texte von Tibet nach Indien.

Da der Titel dieses ersten Arztes „Biji“ war, was das sogdische Wort für Arzt ist, lässt sich vermuten, dass dieser Arzt eine Verbindung zur Region von Sogdien hatte, die sich heutzutage in Usbekistan befindet. Während dieser Periode fand man häufig sogdische Händler und kulturelle Einflüsse in ganz Zentralasien, besonders entlang der Seidenstraße von Indien nach China. Doch da Sogdisch die internationale Handelssprache für die gesamte Region war, ist es möglich, dass dieses sogdische Wort für Arzt auch ganz allgemein in der Region verwendet wurde, genauso wie „Emchi“, das mongolische Wort für einen Arzt, in neueren Zeiten benutzt wurde. Es ist schwer genau nachzuvollziehen, welche Tradition der Medizin von dieser Linie der „Biji“ praktiziert wurde.

Die wichtigsten Ereignisse, welche die Entwicklung des tibetisch-buddhistischen Systems formten, traten während der Herrschaft des Kaisers Songtsen Gampo (tib. Srong-btsan sgam-po) Anfang bis Mitte des 7. Jahrhunderts auf. Dabei handelte es sich um den großen Yarlung-König, der das tibetische Reich gründete, welches sich von Nordwest-China bis fast nach Afghanistan, nach Nepal und Nordburma erstreckte, und der seinen Minister Thonmi Sambhota (tib. Thon-mi Sambhota) nach Khotan sandte, um ein Schriftsystem für Tibet zu entwickeln, doch der Minister passte es auf dem Weg dorthin in Kaschmir entsprechend an. Dieser Herrscher war sowohl mit einer chinesischen als auch mit einer nepalesischen Prinzessin verheiratet. Erstere brachte aus China mehrere Texte über chinesische Medizin und Astrologie mit, die ins Tibetische übersetzt wurden.

Der Kaiser Songtsen Gampo holte Ärzte der drei großen medizinischen Traditionen dieser Zeit an seinen Hof. Diese waren das hinduistische Ayurveda-System Indiens, die klassische chinesische Tradition und das alte griechische System, wobei letzteres aus Tazik und Rom stammte. „Tazik“ bezieht sich auf die persische Welt, einschließlich dem heutigen postsowjetischen Zentralasien, Afghanistan und auch Sogdien. Dies ist auch der Name des Landes, aus dem gemäß traditioneller Bönpo-Quellen der Begründer der Bön-Tradition, Tonpa Shenrab Miwo (tib. sTon-pa gShen-rab Mi-bo), stammte. „Rom“ bezieht sich auf die östliche romanische oder byzantinische Welt, einschließlich der arabischen Regionen. Das altgriechische medizinische System hatte in diesen Gebieten seit der Zeit der Eroberungen Alexanders des Großen überlebt. Es gab auch Ärzte des schamanischen Medizinsystems der Mongolei, die zu der Zeit unter der Herrschaft des Nördlichen Türken-Kaganats stand.

Die Repräsentanten jedes der drei Hauptsysteme übersetzten einige ihrer eigenen Texte und stellten im Tibetischen ein sieben Bände umfassendes Werk über die Medizin zusammen. Die Griechen spezialisierten sich auf Operationen und das Sezieren und anfangs war es ihr System, das bevorzugt wurde. Man behielt die griechischen Ärzte am Hof, während die chinesischen und indischen nach Hause geschickt wurden. Es wurde ein Kodex übernommen, der dem altgriechischen hippokratischen Eid ähnelte. Dieser betonte die Behandlung Armer, sah vor, dass Ärzte aus einfachen Verhältnissen stammten, und folgte einem altruistischen Ethikkodex.

Während der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts holte Kaiser Tri Songdetsen (tib. Khri Srong-lde-btsan, Trisong Detsen) erneut tibetische Ärzte aus den gleichen drei Traditionen und auch aus Nepal nach Tibet. Sie kamen von weit her, aus Persien, dem arabischen Kalifat und Byzanz, da Tibet damals Kontakt zu all diesen Reichen pflegte. Tri Songdetsen war der berühmte Kaiser, der kurzzeitig die chinesische Hauptstadt erobert hatte und unter dem das tibetische Reich sowohl das Tarim-Becken in Ost-Turkestan als auch viele der Gebirgsregionen West-Turkestans umfasste. Er ist bekannt dafür, Shantarakshita und dann Guru Rinpoche Padmasambhava von Indien nach Tibet geholt zu haben, um den indischen Buddhismus zu etablieren. Diese Ärzte stellten noch weitere medizinische Texte zusammen und bildeten eine Reihe von tibetischen Medizinern aus.

Einführung der indisch-buddhistischen Medizintradition 

In dieser Zeit kam auch die indisch-buddhistische Medizintradition nach Tibet. Sie wurde von Vairochana, dem berühmten frühen Übersetzer buddhistischer Texte aus Kaschmir gebracht, der auch die „Vier Medizin-Tantras“ (tib. sMan-gyi rgyud-bzhi) übersetzte, die er von Chandranandana, einem Arzt aus Kaschmir, gelernt hatte. Das Wort „Tantra“ bedeutet ein immerwährender Strom von Kontinuität. Medizin wird als „Tantra“ bezeichnet, weil es einen immerwährenden Strom von Kontinuität der Grundlage, also die Kontinuität des subtilsten Bewusstseins und der subtilsten Energie, gibt; einen immerwährenden Strom des Pfades, also die Gesundheit durch angemessenes körperliches, verbales und geistiges Verhalten; sowie einen immerwährenden Strom des Resultats, also die vollkommene Gesundheit auf allen körperlichen, verbalen, geistigen und emotionalen Ebenen eines voll-erleuchteten Buddhas.

Die „Vier Medizin-Tantras“ sind das Wurzeltantra (tib. rTsa-rgyud), das Erklärende Tantra (tib. bShad-rgyud), das Quintessenz-Tantra (tib. Man-ngag rgyud) und das Abschließende Tantra (tib. Phyi-ma’i rgyud). Der Überlieferung nach gehen sie auf Buddha zurück, der sie in der Form des Medizinbuddhas Bhaishajyaguru im Alter von 71 Jahren in seinem Palast in der Stadt Tanadug (tib. lTa-na-sdug) lehrte. Diese vier Tantras behandeln acht Fachgebiete:

  1. den Körper, einschließlich Anatomie, Physiologie, Embryologie und Pharmakologie; 
  2. Kinderheilkunde; 
  3. Gynäkologie; 
  4. Krankheiten durch schädliche Geister; 
  5. Wunden; 
  6. Vergiftungen; 
  7. Altersheilkunde; sowie 
  8. Fortpflanzung und Reproduktion.

Sie unterscheiden sich ein wenig von den acht Fachgebieten des ayurvedischen Systems, in dem es statt um Gynäkologie und das Behandeln von Wunden um die Chirurgie und Krankheiten von Kopf und Nacken geht.

So wie in Samye (tib. bSam-ye) -Kloster debattiert wurde, um zu entscheiden, ob man die indische oder chinesische Form des Buddhismus in Tibet übernehmen sollte, gab es eine ähnliche Konferenz im gleichen Kloster, um das zu verwendende System der Medizin festzulegen. Der indische Buddhismus wurde zum Gewinner erklärt und genauso entschied man sich auch, dass das indisch-buddhistische Medizinsystem den Hauptrahmen für die tibetische Medizin bilden würde.

Yuthog, der Ältere und Yuthog, der Jüngere 

Im frühen 19. Jahrhundert reiste der große tibetische Meister der Medizin Yuthog, der Ältere (tib. g.Yu-thog rnying-ma Yon-tan rgya-mtsho) dreimal nach Indien und einmal nach China, um bei den Ärzten dort zu studieren. Danach schrieb er die „Vier Medizin-Tantras“ etwas um und fügte ihnen Passagen hinzu, die aus den hinduistisch-ayurvedischen, chinesischen, griechischen und Bön-Systemen stammten, die zuvor in Tibet auf eklektische Weise angewendet wurden. Diese Vorgehensweise, bestimmte Aspekte aus den Lehren dieser verschiedenen Kulturen aufzugreifen, sie zu überarbeiten, zu kombinieren und weiterzuentwickeln, um ein einzigartiges tibetisches System zu erschaffen, zeigte sich auch bei der Entwicklung der tibetischen Astrologie. Somit findet man Aspekte in der tibetischen Medizin, die an Merkmale der hinduistischen, chinesischen und alt-griechischen Systeme erinnern, jedoch auf ganz andere Weise definiert und benutzt werden, wie im gerade erwähnten Beispiel der acht Fachgebiete.

Yuthog, der Ältere gründete auch Tanadug (tib. lTa-na-sdug), das erste tibetische medizinische Kolleg, in Kongpo Melong (tib. Kong-po Me-long) und verfasste einen 18 Kapitel umfassenden Kommentar zu den „Vier Tantras“. Guru Rinpoche Padmasambhava, der große Nyingma-Meister, versteckte dann die Zusammenstellung der „Vier Medizin-Tantras“ von Yuthog, dem Älteren, wo sie mehrere Jahrhunderte im Verborgenen blieben, da in diesen Zeiten ihre praktische Anwendung als nicht förderlich galt. Guru Rinpoche versteckte auch viele buddhistische Handbücher dieser alten Übersetzungsperiode als „Schatztexte“ (tib. gter-ma, Terma).

Rinchen Zangpo (tib. Rin-chen bzang-po), der berühmte Übersetzer der neuen Periode, übersetzte während der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts weitere buddhistische Medizintexte aus Kaschmir und gründete eine Medizinschule im Toling (tib. Tho-ling) -Kloster in Westtibet. Das war das Kloster, in dem bald darauf der indische Meister Atisha lebte, der nach Indonesien gereist war und auf den die Kadam-Tradition des Buddhismus zurückgeht.

Die Texte von Yuthog, dem Älteren wurden 1038 von Drapa Ngonshe (tib. Gra-pa mNgon-shes) wiederentdeckt und schließlich von Yuthog, dem Jüngeren (tib. g.Yu-thog gsar-ma Yon-tan mgon-po) im 12. Jahrhundert übertragen. Dieser große Mediziner überarbeitete die „Vier Medizin-Tantras“ zu ihrer gegenwärtigen Form mit 156 Kapiteln, die im Stil von Fragen und Antworten zweier Weiser verfasst wurden. Dieser Text bildet mit seinen Kommentaren die Grundlage der gesamten tibetischen Medizin.

Die Nummer 156 ist von Bedeutung, da dies die Anzahl der Nebenkanäle ist, die gemäß dem Kalachakra-System aus den sechs Chakren kommen. Zusammen mit den sechs Chakren ist die Zahl 162 die traditionelle Anzahl der Verse im grundlegenden Kalachakra-Text „Ein Konzert der Namen Manjushris“ (tib. ’Jam-dpal mtshan-brjod, Skt. Mañjuśrīnāmasaṃgīti), wenn man die fünf Verse des Epilogs abzieht. Dieser Text wurde bereits während der Zeit des Kaisers Tri Songdetsen ins Tibetische übersetzt. Die Kalachakra-Lehren kamen im Jahr 1027 nach Tibet. Es ist jedoch schwer zu sagen, welchen Einfluss die Kalachakra-Lehren in dieser frühen Zeit auf die tibetische Medizin hatten.

Yuthog, der Jüngere verfasste auch die „Herzessenz-Lehren von Yuthog“ (tib. g.Yu-thog snying-thig), eine Reihe von Nyingma-Ritualen, die noch heute für das Weihen tibetischer Medizin benutzt werden.

Entwicklung der medizinischen Traditionen in Tibet 

Im frühen 14. Jahrhundert schrieb der Dritte Karmapa, Rangjung Dorje (tib. Rang-byung rdo-rje), Kommentare zum „Gekürzten Ruhmreichen Kalachakra Tantra“ (tib. dPal dus-kyi ’khor-lo’i bsdus-don dri-ma med-pa’i ’od). Auf seinen Kommentar zum ersten Kapitel „Ein Schmuck zur Klärung der Funktionsweise des ‚Gekürzten Kalachakra-Tantra: Makelloses Licht‘“(dPal dus-kyi ’khor-lo’i bsdus-don dri-ma med-pa’i ’od-kyi tshul gsal-bar byed-pa’i rgyan) geht die Tsurpu (tib. mTshur-phu) -Tradition der tibetischen Astrologie zurück. Aus seiner Arbeit am zweiten Kapitel „Die Bedeutung des Tiefgründigen ‚Inneren (Kalachakra‘ in „Makelloses Licht“), das die Essenz der Ozeane der Anuttarayoga-Tantras zusammenfasst“ (tib. rNal-’byor bla-na med-pa’i rgyud-sde rgya-mtsho’i snying-po bsdus-pa zab-mo nang-gi don) stammen die verschiedenen Aspekte, die ausgearbeitet und in das tibetische Medizinsystem eingebunden wurden. Somit wurden ab diesem Punkt bestimmte anatomische und terminologische Merkmale, die sich mit den subtilen Energiekanälen des Körpers befassen, aus dem Kalachakra-System übernommen. Aus dem Kalachakra-System stammen außerdem die Formeln zum Zusammenstellen verschiedener Medikamente aus Edelsteinsubstanzen und insbesondere zum Verarbeiten von gereinigtem Quecksilber. Darüber hinaus verband man die Kalachakra-Buddhagestalt, zusammen mit ihrem verflochtenem zehnsilbigen Symbol seit dieser Zeit mit der tibetischen Medizin und der Astrologie.

Im 15. Jahrhundert entwickelten sich zwei medizinische Linien, die Chang (tib. Byang-lugs) und die Zur (tib. Zur-lugs), gegründet jeweils von Changpa Namgyal Dragzang (tib. Byang-pa rNam-rgyal grags-bzang) und Zurkar Nyamnyi Dorje (tib. Zur-mkhar mNyam-nyid rdo-rje). Ersterer verfasste Kommentare zu den ersten zwei der „Vier Medizin-Tantras“, auf die er besondere Betonung legte, während Letzterer Kommentare zu allen vier Tantras schrieb. Sie unterscheiden sich etwas in ihren Beschreibungen einiger Aspekte des subtilen Energiesystems, der Zubereitung und Inhaltsstoffe bestimmter Medikamente, dem Benutzen von Einläufen, dem Reinigungsvorgang von Quecksilber und bestimmter Moxibustionspunkte.

Der Fünfte Dalai Lama (tib. rGyal-ba lnga-pa chen-po Ngag-dbang blo-bzang rgya-mtsho) war ein großer Förderer der tibetischen Medizin während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Sein Premierminister Desi Sanggye Gyatso (tib. sDe-srid Sangs-rgyas rgya-mtsho), der auch nach dem Tod des Dalai Lama als Regent herrschte, schrieb sowohl Texte über Medizin als auch über Astrologie, die als „Blauer Aquamarin“ (tib. Baidurya sngon-po) und „Weißer Aquamarin“ (tib. Baidurya dkar-po) bezeichnet werden. Er verband die Traditionen des Chang und Zur und gründete das Chagpori (tib. lCags-po-ri) medizinische Kolleg für Mönche in Lhasa.

Unter dem Dreizehnten Dalai Lama (tib. rGyal-ba Thub-bstan rgya-mtsho) wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das heutige System mit vier Stufen medizinischer Abschlüsse sowie ein standardisiertes medizinisches Prüfungssystem eingeführt. Dies geschah zusammen mit der Umstrukturierung, die er im klösterlichen Bildungssystem für den Geshe-Grad in buddhistischer Philosophie initiiert hatte. Sein persönlicher Arzt, Khyenrab Norbu (tib. mKhyen-rab nor-bu), gründete in Lhasa das Mentsikang (sMan-rtsis khang), das Tibetische Medizin- und Astrologie-Institut der Exilregierung, in erster Linie für Mönche und tibetische Militärangehörige aus dem ganzen Land. Es wurden auch einige besondere Laienschüler zugelassen.

Ärztinnen wurden traditionell nur privat, außerhalb des Kollegs, ausgebildet und meist nur innerhalb der Familienlinien. In der südöstlichen tibetischen Provinz Kham wurde Medizin nur privat von einzelnen Lehrern studiert. In der nordöstlichen tibetischen Provinz Amdo gab es eine Tradition von „Menpa datsangs“ (tib. sMan-pa Grva-tshang) – klösterliche medizinische Kollegs – dessen berühmtestes sich in Labrang Tashikyil (tib. Bla-brang bKra-shis ’khyil) befand.

Viele große tibetische Persönlichkeiten waren nicht nur Meister der Systeme buddhistischer Meditation, sondern auch der Medizin. Das bekannteste Beispiel ist Milarepas Schüler Gampopa (tib. sGam-po-pa).

In tibetischen Klöstern gibt es eine Tradition, in der Menschen versuchen, alle Wissensgebiete zu meistern und einen Stand zu erreichen, den man in Europa als „Universalgelehrte“ bezeichnen würde. Dazu gehört dann natürlicherweise auch die Medizin. Beispiele solcher Meister im 19. Jahrhundert, die man neben ihren anderen Errungenschaften wegen ihrer medizinischen Kompetenz kannte, waren die drei großen spirituellen Autoritäten der nicht-sektiererischen „Rime“ (tib. ris-med) -Bewegung in der südöstlichen tibetischen Provinz Kham, nämlich Jamyang Khyentse Wangpo (tib. ’Jam-dbyangs mkhyen-brtse’i dbang-po), Ju Mipam (tib. ’Ju Mi-pham) und Jamgon Kongtrul Lodrö Taye (tib. ’Jam-mgon Kong-sprul Blo-gros mtha’-yas). Ein jüngeres Beispiel aus dem 20. Jahrhundert war der verstorbene Junior Tutor Seiner Heiligkeit des Dalai Lama, Trijang Rinpoche (tib. Khri-byang Blo-bzang ye-shes bstan-’dzin rgya-mtsho).

Derzeitige Situation in Tibet und Indien 

Im Jahr 1959 wurde das medizinische Kolleg Chagpori von den kommunistischen Chinesen zerstört. Die Aktivitäten des Tibetischen Medizin- und Astrologie-Instituts der Exilregierung wurden in dem Jahr drastisch gekürzt und kamen während der Kulturrevolution in den späten Sechzigern völlig zum Stillstand. Nach dem Tod von Mao Tse-tung im Jahr 1977 wurde es in Lhasa unter chinesischer Kontrolle wiedereröffnet und nun wurden auch weibliche Studenten zugelassen. Es wurde in „Medizinisches und Astrologisches Institut der Autonomen Region Tibet“ umbenannt und die Chinesen behaupten, die tibetische Medizin sei lediglich eine Unterart und Variante der chinesischen Medizin, was nicht stimmt. Von allen Aspekten der tibetischen Kultur ist die tibetische Medizin der einzige, den die kommunistischen Chinesen unberührt und fortbestehen ließen, da sie auf äußerst wirksame Weise viele chinesische Verantwortliche geheilt hat.

Das Tibetische Medizin- und Astrologie-Institut der Exilregierung wurde in der tibetischen Flüchtlingsgemeinde rund um Seine Heiligkeit den Dalai Lama im indischen Dharamshala fortgeführt. Es wurde 1962 wiedereröffnet und bietet derzeit ein siebenjähriges Ausbildungsprogramm für Ärzte an, das sowohl Männern als auch Frauen offensteht. Damit verbunden umfasst es auch eine Astrologieschule mit einem fünfjährigen Studiengang sowie ein Krankenhaus, eine Ambulanz, eine Fabrik zum Herstellen von Medikamenten, eine kleine medizinische Bibliothek und ein medizinisches Museum. Gegenwärtig (1990) verfügt es über vierunddreißig Zweigstellen und Kliniken in ganz Indien und Nepal.

Vorhersagen für Krankheiten in der Zukunft 

Das Tibetische Medizin- und Astrologie-Institut der Exilregierung verfügt zudem über ein einfaches Forschungsprogramm, das sich beispielsweise mit den Krankheiten der Zukunft befasst, die in den alten tibetischen Medizintexten vorhergesagt wurden. Im 8. Jahrhundert sprach Topon Chökyi Dragpa (tib. Chos-kyi grags-pa) von achtzehn bösartigen Krankheiten der Zukunft, wie Krebs, Hirnhautentzündung, Diphtherie und Lungenentzündung, und schrieb ausführlich über deren Merkmale, Symptome, Prävention und Behandlung. Guru Rinpoche Padmasambhava sagte andere Erkrankungen voraus und weitere werden im Kalachakra Tantra erwähnt.

Im letzten Kapitel der „Vier Medizin-Tantras“ wird vorhergesagt, dass in der Zukunft Veränderungen in der Ernährung und dem Lebensstil, sowie der Gebrauch von Chemikalien das Entstehen neuer Krankheiten begünstigen werden. Die Luft, die Nahrung und Böden werden zunehmend belastet sein, was das Wachstum von Mikroorganismen antreiben wird, die das Abwehrsystem des Körpers schwächen und Krankheiten, wie Allergien, Asthma und AIDS hervorbringen werden. Es werden sogar Krankheiten durch Sonnenstrahlen entstehen, was sich auch auf andere Arten der Strahlung bezieht. Diesen neuen, durch Umweltverschmutzung verursachten Krankheiten kann oft durch die richtige Ernährung, das passende Verhalten und eine angemessene Lebensweise vorgebeugt werden. Man kann sie auch mit verschiedenen Medikamenten behandeln, die von dem Tibetischen Medizin- und Astrologie-Institut nach den in diesen Texten angeführten Richtlinien hergestellt und in Indien und verschiedenen Ländern weltweit getestet werden.

Geschichte der tibetischen Medizin in der Mongolei 

Das tibetische Medizinsystem breitete sich von Tibet bis in die Mongolei aus – sowohl in die sogenannte „Äußere“ als auch die „Innere“ Mongolei – und von dort aus weiter nach Norden in die burjatisch-mongolischen und tuwinisch-türkischen Regionen Ostsibiriens. Ebenso ging es direkt von Tibet in die oiratisch-mongolischen Regionen Ostturkestans, welche im heutigen Xinjiang in China liegen, zu den verwandten Kalmücken rund um den nördlichen Teil des Kaspischen Meeres sowie nach Nordchina und in die Mandschurei. Man findet es auch in den gesamten buddhistischen Himalaya-Regionen von Ladakh ostwärts bis nach Lahul, Spiti, Kinnaur, Nepal, Sikkim, Bhutan and Arunachal.

Die ersten Übersetzungen medizinischer Texte aus dem Tibetischen ins Mongolische wurden während der Zeit von Kublai Khan, Mitte des 13. Jahrhunderts, begonnen. In dieser Zeit wurden auch die ersten Übersetzungen tibetisch-buddhistischer Texte ins Mongolische erstellt. Die „Vier Medizin-Tantras“ wurden im 14. Jahrhundert übersetzt. Als der tibetische Buddhismus Ende des sechzehnten Jahrhunderts durch den Besuch des Dritten Dalai Lama in den mongolischen Regionen fest etabliert und weit verbreitet war, wurden die grundlegenden medizinischen Texte im frühen siebzehnten Jahrhundert zusammen mit den medizinischen Werken von Desi Sanggye Gyatso erneut übersetzt.

Die erste tibetische Medizinschule in der Mongolei, die Dakhan Emchi Aimak, wurde von dem tibetischen Arzt Dakhan Emchi Losang Norbu im Jahr 1712 gegründet. Das berühmteste klösterliche Medizin-Kolleg, das Sorig Shanpan Ling, wurde 1760 in Urga, dem heutigen Ulaan Baatar, ins Leben gerufen. Irgendwann gab es dann in den meisten Klöstern der Mongolei, wie auch in Burjatien, Kalmückien und Tuwa Medizinische Kollegs als eine ihrer Abteilungen, in denen Mönche als Ärzte ausgebildet wurden. Dies geschah im Einklang mit der Tradition der Amdo-Provinz im Nordosten Tibets. Die mongolischen Ärzte wurden tatsächlich so berühmt, dass selbst in Tibet die moderne Umgangssprache für einen Arzt das mongolische Wort „Emchi“ ist.

Der herausragendste mongolische Arzt war der Monguor-Meister des 18. Jahrhunderts Sumpa Khenpo Yeshe Paljor (tib. Sum-pa mKhan-po Ye-shes dPal-’byor), den man auf Mongolisch als Ishbaljor kennt. Die Monguoren sind Mongolen, die in der nordöstlichen tibetischen Provinz Amdo und dem angrenzenden Gansu leben. Er verfasste fünf medizinische Texte, einschließlich einem, in dem örtliche Heilpflanzen beschrieben werden, die in den mongolischen Regionen wachsen und in der Pharmakopöe als Ersatz für jene benutzt werden können, die nur in Tibet zu finden sind.

Im 19. Jahrhundert schrieb der mongolische Arzt Jambaldorj auf Tibetisch einen vierbändigen Text mit weiteren Ausführungen zu örtlichen mongolischen Heilpflanzen, sowie all den Inhaltsstoffen und Methoden der Zubereitung für verschiedene Medikamente, die es in den Sprachen Tibets, der Mongolei, der Mandschurei und Chinas gab. Die Mongolei war zu der Zeit Teil des Mandschurischen Kaiserreichs Chinas.

Charakteristische Merkmale der mongolischen Tradition 

Obwohl Krankheiten, wie in allen Linien der tibetischen Medizin, nach den drei Körpersäften Wind, Galle und Schleim klassifiziert werden, liegt in der mongolischen Tradition ein stärkerer Schwerpunkt auf der Darlegung der Wärmefunktionen der inneren Organe sowie der Einteilung von Krankheiten in heiße und kalte Störungen. Das liegt an dem leichten Einfluss, den man in der mongolischen Tradition von der chinesischen Medizin und deren Klassifizierung der Krankheiten in Yin und Yang findet. Nichtsdestotrotz spricht man in der tibetischen Medizin in den „Vier Medizin-Tantras“ von heißen und kalten Störungen. Dies ist dem tibetischen System keineswegs fremd, sondern lediglich eine Verschiebung des Schwerpunkts.

Es sollte daher wiederholt werden, dass die mongolische Medizin kein getrenntes System von dem tibetischen, sondern fest in den „Vier Medizin-Tantras“ verankert ist, auch wenn sie ein paar eigene charakteristische Aspekte, Entwicklungen und Anpassungen besitzt. So gibt es beispielsweise in der mongolischen Tradition eine eigene, ganz spezifische Form der Massage, die in Verbindung mit dem traditionellen tibetischen System praktiziert wird. Wenn heutzutage in tibetisch-medizinischen Kliniken in der Mongolei und in Burjatien chinesische Akupunktur praktiziert wird und bestimmte Heilkräuter aus dem chinesischen System verwendet werden, so handelt es sich um eine zweckmäßige, jüngere Ergänzung, die vor allem in den 1950er Jahren vorgenommen wurde – bedingt durch den Verlust des Kontakts zur tibetischen Akupunkturtradition und zu den tibetischen Bezugsquellen für Heilpflanzen. Dies ist jedoch kein Anzeichen dafür, dass die mongolische Medizin auf dem chinesischen System aufbaut oder eine Variante dieses Systems ist. 

Die Geschichte der tibetischen Medizin in der [ehemaligen] Sowjetunion, der Inneren Mongolei und Chinas 

Die tibetische Medizin gelangte erstmals Ende des 17. Jahrhunderts in die transbaikalisch-sibirische Mongolenregion Burjatien. Es gab zwei Haupttraditionen: die Khorinsker und die Selenga-Tradition. Die Khorinsker Tradition kam aus dem klösterlichen Medizin-Kolleg Labrang Tashikyil in der nordöstlichen tibetischen Provinz Amdo. Sie folgte ausschließlich tibetischen Texten und ihre Hauptzentren waren Sholotu Datsan in Atsagat, sowie Egetuiski, Aginski und Zugulski Datsans. Die Selenga-Tradition kam aus der Mongolei, folgte sowohl mongolischen als auch tibetischen Texten und hatte, wie die mongolische Tradition, einen leichten Einfluss aus der chinesischen Medizin. Deren Hauptzentren waren Gusino-ozorski, Tsongulski, Sanaga und Yangarzhinski Datsans.

Die kaspisch-mongolische Region Kalmückien, das sibirisch-buddhistische Türkengebiet Tuwa und die Innere Mongolei (heute in die Volksrepublik China eingegliedert) verfügten in ihren buddhistischen Klöstern ebenfalls über medizinische Fakultäten für tibetische Medizin. In Kalmückien war eine der wichtigsten dieser Fakultäten in Emchin Khurul, das viele Zweige in anderen Klöstern hatte.

In Tuwa befand sich die wichtigste klösterliche Medizinakademie in Tschadanski Chure und auch dort gab es eine gut entwickelte örtliche Tradition schamanischer Kräuterheilkunde. Dieses System war jedoch nicht mit dem tibetisch-buddhistischen in den Klöstern vermischt, sondern koexistierte außerhalb.

Die tibetische Medizin erlebte im Russischen Kaiserreich des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts eine Blütezeit. So war beispielsweise Pyotr Badmaev, ein burjatischer Arzt aus Aginski Datsan, der Hausarzt des letzten russischen Zaren, Nikolai II, sowie auch von Rasputin. Aus diesem Grund war Badmajew bis 1985 offiziell in Ungnade gefallen. Zar Nikolai II. war der Zar, der den Leningrader Datsan, ein tibetisch-buddhistisches Kloster, in St. Petersburg erbauen ließ.  

Diese medizinischen Akademien in Burjatien, Kalmückien, Tuwa und der Mongolei wurden während der Stalin-Ära der späten 1930er Jahre zusammen mit den buddhistischen Klöstern zerstört. In der Inneren Mongolei kam es ebenfalls zu einem Niedergang, insbesondere während der Kulturrevolution in den späten 1960er Jahren.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde eine tibetische klösterliche Medizinakademie als Teil des Yonghegong Klosters in Beijing gegründet. Die tibetische Medizintradition war ebenso bei den Oiraten-Mongolen in Ostturkestan anzutreffen, doch bedarf es bezüglich all dessen noch weiterer Forschung.

Die gegenwärtige Situation in der Äußeren und Inneren Mongolei sowie der Sowjetunion 

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt (1990) gibt es in der Mongolei ein Institut der traditionellen mongolischen Medizin in Ulan Bator, in welchem zum Großteil die Tradition der mongolischen Massage weitergeführt wird und erst seit kurzem wird daran gearbeitet, den restlichen Teil des Systems wiederzubeleben. Es gibt jedoch Linien privater traditioneller Ärzte, die meist im Gandan Thekcholing Kloster in Ulan Bator fortgeführt werden. Die Regierung hat erst vor kurzem die Erlaubnis erteilt, das Sorig Shanpan Ling Medizinkloster wieder zu eröffnen, in dem nicht nur Mönche, sondern auch Laien, Männer wie Frauen, ausgebildet werden.

In Burjatien gibt es zudem einige Linien privater traditioneller Ärzte im Iwolginski-Datsan nahe Ulan-Ude sowie im Aginski- und Zugulski-Datsan im Bezirk Tschita, jedoch sind deren Arzneimittelvorräte begrenzt und nur sehr wenige von ihnen beherrschen die Pulsdiagnose. Darüber hinaus wird am Burjatischen Institut für Gesellschaftswissenschaften der Sibirischen Abteilung der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Ulan-Ude die tibetische Medizin umfassend wissenschaftlich erforscht. Doch in Kalmückien und in Tuwa ist die Tradition vollständig verloren gegangen.

In der Inneren Mongolei ist das System intakter und am Medizin-Kolleg der Inneren Mongolei in Hohhot sowie am Wissenschaftlichen Forschungszentrum für Mongolische Medizin in Tongliao vertreten. Die Chinesen versuchen, die mongolischen und tibetischen Systeme der Medizin voneinander zu trennen und behaupten, sie wären zwei verschiedene Dinge, was, wie wir gesehen haben, nicht der Fall ist.

Danksagung 

Dieser und die nachfolgenden Artikel in dieser Serie auf der Study Buddhism Webseite stammen aus einer Reihe von Vorträgen, die ich vor vielen Jahren in der Sowjetunion gegeben habe. Im März 1990 habe ich, als Teil einer Vortrags- und Forschungsreise durch die Sowjetunion und die Mongolei, in Moskau in der Medizinischen Bibliothek des Gesundheitsministeriums der UdSSR eine Reihe von Vorlesungen gehalten. Die Vorlesungen wurden vom Zentrum für Traditionelle Medizin der Abteilung für Medizinische Information (Soyuzmedinform) des Gesundheitsministeriums der UdSSR unter der Leitung von Dr. Natalia Lukjanowa und dem Zentralen Geistlichen Rat der Buddhisten der UdSSR unter der Führung des Moskauer Vertreters Tom Rabdanow organisiert und veranstaltet. Die Vorlesungen wurden auf Englisch gegeben und von Andrei Terentjew mündlich ins Russische übersetzt. Ergänzt durch spätere Überarbeitungen und Erweiterungen meinerseits überarbeiteten Slawa Komarowski, Jelena Schilingowskaja und Andrei Terentjew die Texte für die russische Ausgabe. Sie erschien unter dem Titel „Tibetischer Buddhismus und Kultur in moderner Perspektive: Eine Reihe von Vorträgen in der Sowjetunion“. Die Veröffentlichung erfolgte durch Sojusmedinform, die Informationsagentur des UdSSR-Gesundheitsministeriums. Die vorliegende Arbeit basiert auf jenem Text, wurde jedoch nochmals erweitert und neu gegliedert.

Ich möchte Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama und Lodi Gyari Rinpoche meine Wertschätzung und meinen Dank aussprechen, weil sie mich in diesem Projekt ermutigt haben. Außerdem möchte ich mich für all die Hilfe und Informationen bedanken, die ich bei meinen Nachforschungen von folgenden Personen erhalten habe: Dr. Natalya Lukyanova, Tom Rabdano, und Andrei Terentjew in Moskau; der verstorbene Ehrwürdigste Bandido Khambo Lama J.J. Erdyneev, der Ehrw. Cho Dorji, der Ehrw. Sherab Jamtso, der Ehrw. Bazarsada, Prof. Regbi Pubajew, Dr. Elbert Bazaron und Dr. Viktor Poopyshev in Burjatien; der Ehrw. Gombo Badmaevich Tsybikov und der Ehrw. Jinba Jamtso Tsybenov in Tschita; der Ehrw. Tuwang Dorji, Dr. Petr Bitkeev, Dr. Juli Oglaev, Alevtina Ulanova, und Elsa Bakaeva in Kalmückien; der Ehrw. Lama Shinbayol, Dr. Uriy Aranchyn, Dr. Kaadyr-ool Bicheldei, Mongush Kenin-Lobsan, und Damdin Kuular in Tuwa; der Ehrwürdigste Gaadan Gambajov, der Ehrw. Choji Jamtso, der Ehrw. Divasambuu, der Ehrw. Dambajov, der Ehrw. Dr. Mugh Tembrel, der Ehrw. Dr. Natsogdorj, der Ehrw. Nasambogh, Dr. Lubsantseran, Wangchindorj, und L. Terbish in der Mongolei; sowie der Ehrw. Yeshe Lodro Rinpoche, Gyatsho Tshering, Dr. Tenzin Choedrak, Dr. Namgyal Qusar, der verstorbene Prof. Lodro Gyatso, Prof. Jampa Gyeltsan Dagthon, Tenzin Choegyal und Aleksandar Kocharov in Dharamsala, Indien. Mein Dank gilt auch der Ehrwürdigen Thubten Chodron für ihre Empfehlungen, den Stil und die Formulierung des Textes zu vereinfachen. Etwaige Fehler oder Unstimmigkeiten, die dieses Werk noch enthält, habe allein ich zu verantworten. 

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