Konstruktive Handlungen am Anfang, in der Mitte und zum Schluss – Präzise Übersetzung

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Ich werfe mich vor all den Glorreichen (Buddhas) der zehn Richtungen und vor ihren spirituellen Nachkommen nieder.

(1) Mögen die grenzenlosen Gebete, die ich mit einem reinen, außergewöhnlichen Entschluss dargebracht habe, um in der Lage zu sein, die zahllosen umherwandernden Wesen aus ihrer zwanghaft Existenz zu befreien, durch die Kraft der niemals trügerischen drei kostbaren Juwelen und durch die kraftvollen heiligen Meister in Form von Worten erfüllt werden.

(2) Möge ich in all meinen Leben, in einem nach dem anderen, niemals in einem der Wiedergeburtszustände geboren werden, in die ich, als eine üble Art von Lebewesen in schlimmen Bereichen umherwandernd, gestürzt bin. Möge ich (stattdessen stets) menschliche Körper erlangen, die mit Ruhepausen und Bereicherungen voll ausgestattet sind.

(3) Möge ich, von dem Augenblick an, an dem ich geboren worden bin, niemals an den Vergnügungen der zwanghaften Existenz anhaften. Möge ich mich vielmehr, um die Befreiung zu erlangen, mithilfe meiner Gedanken, die auf Entsagung ausgerichtet sind, und mit freudiger Ausdauer, unnachgiebig damit befassen, ein Leben in sexueller Enthaltsamkeit zu suchen.

(4) Damit ich die Roben annehme kann, mögen alle günstigen Umstände zusammenkommen, wie ich sie mir gewünscht habe, ohne dass mein Verwandten- und Freundeskreis oder meine Besitztümer dabei Störungen verursachen.

(5) Möge ich, nachdem ich die Roben angenommen habe, solange ich lebe, niemals von dem Fehler befleckt werden, (irgendeine) verbotene oder natürlicherweise unsägliche Handlung (zu begehen), so wie ich es im Angesicht meines Abtes und meines spirituellen Meisters versprochen habe.

(6) Möge ich, auf Grundlage eines enthaltsamen Lebens, zum Wohle aller meiner Mütter, über unzählige Zeitalter hindurch, mit den Myriaden von Härten (die damit einhergehen), alle tiefgründigen und umfassenden Mahayana-Lehren, die es gibt, verwirklichen.

(7) Möge sich ein heiliger spiritueller Meister fortwährend um mich kümmern, in dessen Geisteskontinuum die guten Eigenschaften der Schriftkenntnisse und Verwirklichungen reichlich vorhanden sind. Dessen Sinne zur Ruhe gekommen sind, der Kontrolle über sich selbst erlangt hat, der ein Herz voll liebevoller Fürsorge besitzt. Und den Mut besitzt, sich den Zielen anderer unerschrocken zu widmen.

(8) Genauso wie sich Sadaprarudita (seinem Lehrer) Dharmodgata anvertraute. Möge auch ich meinen heiligen spirituellen Meister, ganz bescheiden, in Bezug auf meinen Körper, mein Leben und all meine Besitztümer gänzlich erfreuen, und ihm dadurch, auch nicht einen Augenblick lang, verdruss bereiten.

(9) Genauso wie die Bedeutung des tiefgründigen weitreichenden unterscheidenden Gewahrseins, (in welchem die Extreme) zur Ruhe gekommen sind und welches frei von geistigen Fabrikation ist, mit Sadaprarudita in Verbindung gebracht wurde, unverschmutzt von den fauligen Wassern verdrehter Vorstellungen; möge es mir stets so erläutert werden.

(10) Möge ich niemals unter den Einfluss der schlechtesten Art von Freunden oder von irreführenden Gurus geraten, die nihilistische oder eternalistische Ansichten lehren, welche gegen die Bedeutung dessen verstößt, was der Weise (Buddha) beabsichtigte.

(11) Indem ich mich selbst, durch das Boot des Zuhörens, des Nachdenkens und des (über die Unterweisungen) Meditierens, absichere, und indem ich das Hauptsegel des reinen, außergewöhnlichen Entschlusses hisse, möge ich (alle) körperlichen Wesen aus dem Ozean der wiederkehrenden Existenz befreien.

(12) In welchem Umfang mein Geisteskontinuum auch Inspiration erfahren mag, indem ich (den Unterweisungen) häufig zuhöre, (wie auch) durch außergewöhnliche Großzügigkeit, durch reine ethische Disziplin und durch analytisches unterscheidendes Gewahrsein; möge ich im selben Maße frei sein von den daraus folgenden Gefühlen aufgeblasenen Dünkels.

(13) Möge ich – ohne jemals gestillt zu sein – unzählige (Unterweisungen zu Buddhas) schriftlich überlieferten Verkündigungen hören, einem gelehrten Meistern nahe sein, der mir die genaue Bedeutung dieser Texte, durch die Kraft der reinen Logik, erschließt, ohne dass er sich auf etwas anderes verlassen müsste.

(14) Möge ich, nachdem ich Tag und Nacht lang, mit Hilfe der vier Axiome, die Bedeutung der (Unterweisungen), die ich gehört habe, gründlich und korrekt untersucht habe, mein unentschlossenes Schwanken durch einen analytischen Geisteszustand unterbinden, der aus dem Nachdenken über die Themen entstanden ist, über die man nachdenken sollte.

(15) Wenn ich durch einen Geisteszustand, der daraus entstanden ist, dass ich über die äußerst tiefgründigen Wege des Dharma nachgedacht habe, Sicherheit darüber erlangt habe, (was sie tatsächlich bedeuten), dann möge ich mich mit freudiger Ausdauer der Abgeschiedenheit anvertrauen, die alle Verstrickungen mit diesem Leben durchtrennt, und dadurch (die Lehre) mit Hilfe von geeignete (Meditationen) verwirklichen.

(16) Wenn ich in meinem geistigen Kontinuum die essenziellen Punkte, auf die der Glorreiche (Buddha) abgezielt hat, entwickelt habe, indem ich (die Unterweisungen) gehört habe, über sie nachgedacht habe und über sie meditiert habe, dann möge in mir doch niemals die Geisteshaltung entstehen, die sich nur mein eigenes Glück wünscht, oder die sich nach den Erscheinungen dieses Lebens sehnt, was lediglich dazu führen würde, dass ich nach (den Dingen der) zwanghaft Existenz gieren würde.

(17) Möge ich, wenn ich durch eine Geisteshaltung des Nicht-Anhaftens an alle Objekte meines Besitzes, meine Knauserigkeit überwunden habe, begrenzte Wesen um mich herum versammeln, indem ich mich großzügig erweise, zunächst in Bezug auf materielle Dinge, und sie dann mit dem Dharma zufrieden stelle.

(18) Möge ich stets, nachdem ich über Entsagung nachgedacht habe, den Siegesbanner der Befreiung hochhalten, für den ich, bis ich einen gereinigten Zustand erlangt habe, niemals – und sollte mein Leben auf dem Spiel stehen – auch nur die geringfügigste Übung, die ich aufgenommen habe, aufgeben würde.

(19) Möge ich, wann auch immer ich irgendein begrenztes Lebewesen sehe, höre oder an es denke, das mich schlägt, ärgert oder erniedrigt, frei sein von Ärger, und mich (stattdessen), als Reaktion (auf ihr Verhalten), mit ihren guten Qualitäten beschäftigen, und so über Geduld meditieren.

(20) Möge ich mich, nachdem ich mich vollständig von den drei Arten der Faulheit befreit habe, die mich davon abhalten, strahlende Tugenden zu entwickeln, die ich noch nicht erlangt habe und (die Tugenden) weiterzuentwickeln, die ich bereits erlangt habe, mit freudvoller Ausdauer bemühen.

(21) Nachdem ich mich von den still gewordenen und zur Ruhe gekommenen Geisteszuständen von Shamatha befreit habe, die mich in Wirklichkeit (im Rad) der zwanghaften Existenz antreiben würden, weil ihnen die Kraft eines Geisteszustandes außergewöhnlicher Wahrnehmungsfähigkeit fehlt, um die Extreme der zwanghaft Existenz niederzuringen, und weil ihnen die Feuchte (der Tränen) des Mitgefühls fehlt, um das Extrem des selbstzufriedenen (Nirvana) abzulegen; möge ich stattdessen mit einem Geisteszustand meditieren, (der alle drei) miteinander verbindet.

(22) Nachdem ich mich vollständig von all den mannigfaltigen schlimmsten, verdrehten Ansichten befreit habe, die eine unvollständige Leerheit, die sich der Geist ausgedacht hat, als das Höchste betrachten, weil die (volle) Bedeutung der tiefgründigen verweilende Natur (aller Dinge) ihnen Angst eingejagt hat, möge ich die Verwirklichungen in Bezug darauf erlangen, dass alle Phänomene von Anfang an leer sind (von einer wahrhaft auffindbaren Existenzweise).

(23) Möge ich jene (Mönche) an die makellose Disziplin anbinden, deren Bewusstsein es an einem Gefühl der Wertschätzung (für die klösterlichen Gemeinschaft) fehlt, und die die reinen Übungen zu Fetzen zerreißen; ohne dabei Angst vor den Handlungen zu haben, die von dem Heiligen verachtet wurden. Indem sie die Regeln der ethischen Disziplin brechen, sind sie nur ihrer äußeren Erscheinung nach Lehrlinge der Tugend.

(24) Möge ich jene, schnell und mit Leichtigkeit auf den Pfad bringen, der vom Glorreichen gepriesen wurde, die unter den Einfluss von schlechten Freunden und irreführenden Gurus geraten sind, die den richtigen Pfad verlassen haben, und sich auf verhängnisvollen verfälschten Pfaden befinden.

(25) Wenn ich den dreisten Haufen von Füchsen falsch informierter Sprache mit meinen Löwen-artigen Gebrüll (richtiger) Erläuterungen, Debatten und Dichtungen, gefangen genommen habe, möge ich mich dann um sie kümmern, egal, welche Mittel dafür geeignet sein mögen, (ihr Verhalten) zu zügeln, und so den Siegesbanner der nicht geminderten Lehren hochzuhalten.

(26) Wann immer ich wiedergeboren werde und den Nektar der Worte des Weisen (Buddha) trinken kann, möge ich, zu dieser Zeit, mit einer guten Familie, einem guten Körper, mit Reichtum, Kraft, unterscheidendem Gewahrsein, mit einem langem Leben, keinen Krankheiten und Glück ausgestattet sein.

(27) Möge ich ganz besonders für diejenigen, die erfüllt sind mit Gedanken daran, meinem Körper, meinem Leben oder meinem Besitztümern zu schaden und auch für diejenigen, die mir unfreundliche Worte sagen, Liebe entwickeln wie eine Mutter.

(28) Und möge ich ihnen, ohne großen Aufschub, den höchsten Zustand der unvergleichlichen Erleuchtung übertragen, indem ich in meinem Geisteskontinuum einen reinen, außergewöhnlichen Entschluss entwickele und eine Bodhichitta-Ausrichtung, mit der ich darüber meditiere, andere mehr wertzuschätzen als mich selbst.

(29) Möge jeder, der diese Gebete sieht, hört oder erinnert, ausnahmslos unerschrocken in Bezug darauf sein, diese großen Wellen von Gebeten der spirituellen Nachkommen des Glorreichen zu verwirklichen,

(30) Durch die Kraft der Darbringung dieser ausführlichen Gebete, die durch die Kraft meines reinen, außergewöhnlichen Entschlusses ins Leben traten, möge ich das weitreichende Gebet zur Vollendung bringen und dadurch die Hoffnung aller körperlichen Wesen erfüllen.

Dieses „Gebet für konstruktive (Handlungen) am Anfang, in der Mitte und zum Schluss“ wurde im ruhmreichen Kloster Drikung-til im Landstrich Zhoto von dem umherziehenden (Mönch) Lozang-dragpa verfasst, der viele Unterweisungen gehört hat.